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BMW Motorrad Motorsport
News

Limbach-Oberfrohna, Deutschland, 14.09.2016, BMW Combined Road Race Challenge (BMW RRC)

Verrückt nach Racing

BMW Pilot Didier Grams im Interview

Dieser Mann hat Benzin im Blut: Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem Didier Grams mit der BMW S 1000 RR nicht auf die Rennstrecke geht. International Road Racing Championship (IRRC), große internationale Straßenrennsportveranstaltungen und FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) – der Kalender des 33-jährigen Sachsen ist prall gefüllt. Da kann es schon einmal vorkommen, dass Grams an einem Wochenende von Rennstrecke zu Rennstrecke fliegt. So wie im Mai dieses Jahres, als er samstags beim North West 200 in Irland antrat und dann die über 1.000 Kilometer ins niederländische Oss flog, um dort in der IRRC auf das Podium zu fahren.

Grams begann mit Motocrossfahren und wechselte dann auf die Rundstrecke, ehe er seine Liebe für das Road Racing entdeckte. In seiner Karriere sicherte er sich bisher zweimal den Titel in der IRRC. In der Saison 2016 steht er bereits als Gesamtdritter der IRRC fest. In der FIM Langstrecken-WM geht er mit dem Team GERT56 HMT by rs speedbikes an den Start. Der nächste Einsatz erfolgt bereits am kommenden Wochenende, beim berühmten 24-Stunden-Rennen Bol d’Or im südfranzösischen Le Castellet.

Im Interview verrät Grams, warum er seit vielen Jahren auf die RR und BMW Motorrad Motorsport zählt, wie er seine Leidenschaft Rennsport mit seinem Beruf als Dachdecker unter einen Hut bekommt und was für ihn die Faszination Road Racing ausmacht.

„Einfach eine geile Leidenschaft“

Frage: „Du bist ein echtes BMW Urgestein. Seit wann bist du mit der BMW unterwegs?“

Didier Grams: „Meine erste Saison mit der BMW S 1000 RR war 2011. Ich finde, das passt auch sehr gut: ein Fahrer aus Deutschland auf einem Motorrad aus Deutschland.“

Frage: „Wie hat deine Leidenschaft für den Rennsport – und vor allem für das Road Racing – begonnen?“

Grams: „Als Jugendlicher bin ich Motocross gefahren. Mit 16 Jahren habe ich den Motorradführerschein gemacht und habe mir eine 125er-Maschine für die Straße gekauft. Damit habe ich dann auch erste Versuche auf der Rennstrecke unternommen, und das hat mir riesigen Spaß gemacht. Ein weiterer Vorteil war, dass man nicht so dreckig wurde wie beim Motocross (lacht). Dass mich mein Weg dann zum Road Racing geführt hat, habe ich meinem Mechaniker Rüdiger Becker zu verdanken. Er ist damals selbst Straßenrennen gefahren, unter anderem auf der alten Rennstrecke in Schleiz. Er hat vorgeschlagen, doch mal beim Drei-Nationen-Cup in Frohburg mitzufahren. Das Rennen wurde im September ausgetragen, und in der IDM, in der ich damals gefahren bin, war die Saison ohnehin vorbei. Also haben wir beschlossen, in Frohburg mal mitzumachen. Beim ersten Rennen wurde ich Dritter, beim zweiten konnte ich sogar den zweiten Platz holen. Ich habe festgestellt, wie viel Spaß das Road Racing macht – und bin dabei geblieben. Dazu kommt, dass der Rundstreckensport wesentlich teurer ist, während die Kosten im Road Racing überschaubar und bezahlbar sind.“

Frage: „Was begeistert dich so am Road Racing?“

Grams: „Die Fans an der Rennstrecke, die Freunde, die zu einem halten, der Zusammenhalt unter den Fahrern. Jeder hilft jedem, und das ist einfach sensationell. Egal, wo man hinkommt, man ist immer willkommen, man wird akzeptiert und akzeptiert die anderen. Es ist einfach eine richtig geile Leidenschaft.“

Von der Rennstrecke aufs Dach

Frage: „Du bist fast jedes Wochenende auf der BMW im Einsatz. In der IRRC, bei anderen großen Road Races, bei kleineren Veranstaltungen – und dann auch noch in der Langstrecken-WM. Es kam sogar schon vor, dass du an einem Wochenende per Flieger schnell von einer Rennveranstaltung zur nächsten gereist bist. Darf man annehmen, dass Racing dein Leben ist?“

Grams: „Da ich hauptberuflich Dachdecker bin, ist Road Racing für mich ein Hobby, das ich dank BMW und meinen Sponsoren so intensiv betreiben kann. Es ist auf jeden Fall meine große Leidenschaft.“

Frage: „Am Wochenende auf der Rennstrecke, unter der Woche hauptberuflich Dachdecker – wie gelingt es dir, das zu vereinbaren?“

Grams: „Wenn ich am Wochenende keine Rennen habe, bin ich ganz normal von Montag bis Freitag beim Arbeiten, von halb sieben morgens bis abends um vier oder fünf. Oft stehe ich aber auch dann schon montags wieder auf dem Dach, wenn ich am Wochenende Rennen hatte. Ich habe aber das riesige Glück, dass mein Chef Mike Sydow absolut Racing-begeistert ist. Er war früher selbst Enduro-Werksfahrer, und sein Sohn Jeremy fährt erfolgreich Motocross. Mike gibt mir schon Freiräume. So hat er mich jetzt zum Beispiel für diese Woche komplett freigestellt, damit ich mich auf den Bol d’Or am kommenden Wochenende vorbereiten kann. Am Sonntag nach dem 24-Stunden-Rennen fahren wir dann noch zurück, und am Montag fange ich wieder an zu arbeiten. Das wird natürlich schon hart. Man versucht, auf der Heimfahrt schon etwas zu schlafen, und den ersten Arbeitstag bekommt man irgendwie hin. Wenn man nach Hause kommt, muss man aber sofort schlafen. Es ist verrückt – aber es ist machbar. Wenn man es will, funktioniert das schon.“

Frage: „Racing, Job – hast du auch noch Zeit für andere Interessen?“

Grams: „Ich bin sehr gerne an der frischen Luft, ich liebe die Natur und mache draußen sehr viel Sport. Die Wochenenden, an denen ich keine Rennen habe, verbringe ich im Spreewald. Dort habe ich ein Boot und fahre Wasserski. Und meinen Urlaub verbringe ich gern auf dem Campingplatz – ich genieße es einfach, draußen zu sein.“

Frage: „Unterstützt dich deine Familie in deiner Leidenschaft – oder murrt sie auch mal, wenn Didier zum Wochenende hin schon wieder die Rennkombi einpackt?“

Grams: „Meine Familie steht voll dahinter. Bei meinem dreijährigen Sohn habe ich manchmal das Gefühl, dass er auch ein kleiner Rennfahrer werden möchte. Er hat auch schon ein kleines Elektro-Motorrad. Meine Freundin habe ich an der Rennstrecke kennengelernt, sie ist also ebenso vom Racing-Virus infiziert und unterstützt mich voll und ganz.“

Das macht BMW so einzigartig

Frage: „Die BMW S 1000 RR hat in den vergangenen Jahren auch das internationale Road Racing erobert. Warum ist das Bike so beliebt – und so erfolgreich?“

Grams: „Das Motorrad ist einfach von seiner Basis her, die jeder kaufen kann, ein zuverlässiges und tolles Motorrad. Du musst nur eine Rennverkleidung dran bauen, kannst dich draufsetzen und Rennen fahren. Man braucht nicht viel zusätzliches Equipment, um schnell zu sein. Das gibt dir das Motorrad schon von der Basis her. Bei Bikes anderer Hersteller muss man erst noch einmal 20.000 Euro oder mehr in die Hand nehmen, um ein konkurrenzfähiges Rennmotorrad daraus zu machen. Dazu kommt der Support von BMW Motorrad Motorsport. Die Ingenieure stehen dir immer zur Seite und unterstützen dich. Das haben wir von anderen Herstellern nie bekommen. Kurt, der vom HP Race Support bei den meisten Road Races dabei ist, hat wirklich einiges zu tun, aber er nimmt sich immer Zeit für jeden und hilft. Das ist sehr viel wert.“

Frage: „Was war dein bisher schönster Moment im Motorsport?“

Grams: „Der schönste Moment, das war in diesem Jahr im Mai, als ich beim legendären Straßenrennen ‚300 Kurven des Gustav Havel’ in Horice gewinnen konnte. Das ist etwas, worüber ich noch lange sprechen werde. Dort gibt es eine Tafel, auf der alle Sieger verewigt werden – dass nun auch mein Name drauf steht, ist ein Erfolg, den ich immer schaffen wollte und was mir in diesem Jahr gelungen ist.“

Frage: „Du kennst viele der großen Road Races. Welches ist dein Favorit und warum?“

Grams: „Macau. Das ist mein absoluter Favorit. Es ist klasse, wenn wir im November, wenn alle ihre Motorräder für den Winter einpacken, noch einmal auf die weite Reise nach Macau gehen. Es ist einfach einzigartig, in den Häuserschluchten und entlang der Leitplanken des Guia Circuit Rennen zu fahren. Das ist am Ende des Jahres immer noch einmal ein richtiges Highlight.“

Frage: „Welchen motorsportlichen Traum möchtest du dir noch erfüllen?“

Grams: „In erster Linie ist wichtig, dass man gesund bleibt. Ein sehr großer Erfolg wäre es, die International Road Racing Championship IRRC wieder einmal zu gewinnen. Ein weiterer Traum wäre, in diesem Jahr in Macau einen Platz in den Top-10 zu holen. Das wäre wirklich großartig.“

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