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BMW Motorrad Motorsport
News

Sepang, Malaysia, 10.08.2016,

„Der Adrenalinschub, wenn die Ampel ausgeht“

Colin Butler: Ein erfolgreicher Kanadier in der Malaysia Superbike Championship

Von der Ölplattform auf das Siegerpodest: Colin Butler ist ein Paradebeispiel für die vielen BMW S 1000 RR Piloten weltweit, die ihren Traum vom Rennfahren erfolgreich leben. Der 36-Jährige startet mit seinem Team AP Racing, einer Gruppe von Freunden, die gemeinsam Rennen bestreiten und sich dabei gegenseitig unterstützen, in der Superbike-Klasse der Malaysia Superbike Championship (MSC SBK).

In den bisherigen vier Rennen der Saison (alle Veranstaltungen werden auf dem Sepang International Circuit ausgetragen) feierte Butler einen Sieg sowie zwei zweite Plätze. In der Meisterschaftswertung ist er aktuell Dritter, sein Rückstand auf den Führenden beträgt nur zwölf Zähler.

Butler ist in Kanada geboren und aufgewachsen, heute lebt er in Bangkok in Thailand. Dorthin geführt hat ihn sein nicht alltäglicher Beruf: Er ist für den Einsatz spezieller Bohrwerkzeuge auf Erdölfeldern und Ölplattformen verantwortlich. In seiner neuen Heimat entflammte seine Liebe für den Motorradrennsport – und heute kann er sich nur schwer vorstellen, mit dem Racing irgendwann aufzuhören.

Im Interview stellt sich Butler näher vor. Er erzählt, wie seine sportliche Karriere begann, warum der Rennsport sein gesamtes Leben positiv beeinflusst und was für ihn die Faszination Racing ausmacht.

„Sofort Feuer und Flamme“

Frage: „Wann hast du mit dem Rennsport angefangen und in welchen Serien bist du bisher gefahren?“

Butler: „Ich bin in Kanada aufgewachsen und habe mit zwölf mit dem Motorradfahren angefangen. Aber ich habe nie in der Nähe einer Rennstrecke gelebt und konnte an keinen Trackdays teilnehmen. Als ich 2010 nach Thailand gezogen bin, habe ich mir ein Straßenbike gekauft. Aber ich habe schnell festgestellt, dass es in Thailand sehr gefährlich ist, auf öffentlichen Straßen Motorrad zu fahren. Also habe ich, als ich 2011 in die Nähe einer Rennstrecke gezogen bin, gleich die erstbeste Gelegenheit ergriffen und einen Trackday absolviert. Ich war sofort Feuer und Flamme. Zwei Monate später bin ich in der thailändischen 750-ccm-Supernaked-Klasse mein erstes Rennen gefahren. Noch im selben Jahr beschloss ich, mit einem Superbike in der Thailand Superbike Championship anzutreten. Ich habe mich durch die einzelnen Divisionen nach oben gearbeitet, und bis zum letzten Rennen der Saison 2011 habe ich es bis in die höchste thailändische Superbike-Klasse geschafft. Seitdem bin ich überwiegend in der SB1-Klasse der Thailand Superbike Championship gefahren, ich bin aber auch ein paar Mal in der höchsten Supersport-Klasse der Meisterschaft angetreten und habe eine Runde der Philippine Superbike Championship bestritten.”

„Meinen ersten Kontakt mit dem Rennsport in Malaysia hatte ich 2012. Damals kam ich zum ersten Mal nach Sepang und absolvierte dort einen Trackday – und ich habe die Strecke geliebt. Es war das erste Mal, dass ich auf einer großen internationalen Strecke mit richtigen Auslaufzonen gefahren bin. Mein Plan lautete, 2013 in die Malaysia Superbike Series einzusteigen, aber bei einem Sturz in der Thailändischen Meisterschaft habe ich mich so verletzt, dass ich 2013 keine Rennen mehr bestreiten konnte. 2014 und 2015 war es mir dann möglich, vereinzelt Rennen in Malaysia zu fahren. Aber aufgrund meiner Arbeit konnte ich nicht die gesamte Saison bestreiten. Wenn ich auf einer Ölplattform arbeite, kann es vorkommen, dass ich mehr als sechs Monate des Jahres draußen auf See verbringe.“

„Dieses Jahr fahre ich in Malaysia und in der BRIC Superbike Championship in Thailand. Der Fokus liegt auf der Malaysia Superbike Championship, aber ich nutze meine Starts in Thailand, um im Rhythmus und fit zu bleiben, denn während der Rennwochenenden haben wir meistens nicht viel Trainingszeit.“

Frage: „Warum liebst du das Rennfahren?“

Butler: „Für mich gibt es nicht viel, was mit Racing vergleichbar wäre. Die Nervosität in der Startaufstellung und dann der Adrenalinschub, wenn die Ampel ausgeht. Es kann manchmal ein gefährlicher Sport sein, und auch ich hatte schon einige Stürze und Verletzungen. Aber es würde mir sehr schwer fallen, damit aufzuhören.“

In Verbindung mit den RR Piloten weltweit

Frage: „Seit wann fährst mit der BMW S 1000 RR?“

Butler: „Ich habe diese BMW S 1000 RR seit Anfang 2013. Der Plan war, die Saison 2013 in Malaysia damit zu bestreiten, aber aufgrund meiner damaligen Verletzung bin ich erst 2014 die ersten Rennen damit gefahren. Ich hatte vor, für dieses Jahr auf eine neue 2016er-Version umzusteigen und damit in der Superstock-Klasse anzutreten. Ich habe mich dann aber anders entschieden, an meinem aktuellen Bike ein paar Upgrades vorgenommen und bin in der Superbike-Klasse geblieben.“

Frage: „Wie gefällt dir das Bike?“

Butler: „Um ehrlich zu sein, war es anfangs ein bisschen schwierig, für die kleinen regionalen Strecken in Thailand die richtige Abstimmung zu finden. Denn sie sind sehr kurz und uneben, und die BMW ist ein extrem leistungsstarkes Bike. Aber in Sepang und auf dem neuen Chang International Circuit in Thailand macht es riesigen Spaß, damit zu fahren. Ich bin ein größerer Fahrer und wiege 80 Kilogramm, und die BMW passt sehr gut zu mir und meinem Fahrstil.“

Frage: „Fühlst du dich als Teil der großen, weltweiten BMW Motorrad Motorsport Familie?“

Butler: „Ja, und es ist gut, mit den anderen BMW Piloten in Verbindung zu sein. Ich lese immer gern die News auf der Webseite, denn es ist klasse, zu erfahren, wie das Bike in den anderen Meisterschaften unterwegs ist.“

Frage: „Wie gefällt dir das Konzept der BMW Motorrad Race Trophy?“

Butler: „Als Ausländer, der in Thailand und Malaysia Rennen fährt, ist es schwierig, Unterstützung von einem Hersteller zu bekommen. Von daher war es super, das Welcome Package zur Verfügung gestellt zu bekommen. Es ist auch einfach cool, eine Rennserie zu haben, in der man gegen andere BMW Piloten antritt.“

Spaßfaktor und Lebensqualität

Frage: „Was machst du, wenn du keine Rennen fährst?“

Butler: „Im Moment arbeite ich nicht, also verbringe ich außerhalb der Rennwochenenden viel Zeit damit, im Studio zu trainieren oder zuhause am Bike zu arbeiten. Ich bin in der Öl- und Gas-Branche tätig, und dort haben zurzeit aufgrund der niedrigen Ölpreise viele Leute keine Arbeit. Wenn ich arbeite, ist es schwierig, in meinem Kalender Renneinsätze unterzubringen, denn ich habe keinen regelmäßigen Dienstplan. Deshalb nutze ich die freie Zeit, die ich gerade habe, und versuche, in diesem Jahr in Malaysia alle Rennen zu bestreiten.“

Frage: „Wie wichtig ist der Rennsport für dein Leben?“

Butler: „Sehr wichtig. Wegen des Rennsports habe ich noch mehr Ansporn, mich fit zu halten und gesund zu ernähren. Zum Spaßfaktor, meine BMW zu fahren und Rennen zu bestreiten, kommt also noch hinzu, dass mein Leben insgesamt besser wird. Es wäre ein Traum, meinen Lebensunterhalt mit Rennfahren bestreiten zu können, oder auch nur damit, mit Motorrädern zu arbeiten. Letzteres kann ich mir gut vorstellen, später einmal zu machen. Aber vorerst möchte ich so viele Rennen bestreiten, wie es mir meine Arbeit erlaubt.“

Frage: „Wie lauten deine Ziele für den Rest der Saison?“

Butler: „Hoffentlich kann ich an den verbleibenden drei Rennwochenenden teilnehmen und dabei noch ein paar Mal auf die oberste Stufe des Treppchens fahren. Beim Auftakt bin ich im zweiten Rennen ausgeschieden und hatte damit eine Nullnummer. Im Kampf um die Meisterschaft ist es also wichtig, bei den verbleibenden Rennen konstant auf das Podium zu fahren.“

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