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BMW Motorrad Motorsport
News

Rubí, Spanien, 27.07.2016, FIM Superbike World Championship (WorldSBK)

Der „spanische Elvis“

Jordi Torres im Interview

Jordi Torres führt in der Saison 2016 das Aufgebot der BMW Piloten in der MOTUL FIM Superbike-Weltmeisterschaft (WorldSBK) an. Mit der BMW S 1000 RR des Althea BMW Racing Teams mischt er regelmäßig im vorderen Feld mit und bietet dort den Piloten der reinrassigen Werksteams erfolgreich Paroli. Nach neun von 13 Rennwochenenden belegt Torres den siebten Platz der WM-Wertung.

Der 28-Jährige begann seine Karriere in der spanischen Meisterschaft CEV, in der er seit 2001 in verschiedenen Kategorien antrat. 2011 und 2012 holte er den Titel in der Moto2-Klasse der CEV. Zudem gab er 2011 auch sein Debüt in der Moto2-Weltmeisterschaft, in der er bis 2014 fuhr. In der darauffolgenden Saison wechselte Torres in die Superbike-Weltmeisterschaft. In seinem Debütjahr holte er einen Sieg, vier Podiumsplätze und den fünften Rang der Gesamtwertung.

2016 bestreitet Torres seine erste Saison im Althea BMW Racing Team. Im Fahrerlager ist der stets gut gelaunte 28-Jährige auch als „Spanischer Elvis“ bekannt – diesen Spitznamen bekam er aufgrund seiner markanten Koteletten verpasst. Im Interview verrät Torres unter anderem, warum sein erster Kontakt mit Motorrädern äußerst schmerzhaft war, warum er vom Motocrossfahren lieber die Finger lässt und dass er auch ein ungewöhnliches, ganz ruhiges Hobby hat.

Wenn ein Sechsjähriger Pocketbike fährt...

Frage: „Wann hat deine Leidenschaft für Motorräder ihren Anfang genommen?“

Jordi Torres: „Als ich sechs Jahre alt war, fuhr mein Vater Pocketbikes in der Katalonischen Meisterschaft. Ich habe ihm jedes Wochenende wieder aufs Neue gesagt, dass ich es auch mal ausprobieren will. Eines Tages hat er mir einen dieser offenen Helme auf den Kopf gesetzt, gab mit ein Pocketbike und zeigte mir: ‚Hiermit gibst du Gas und hiermit bremst du – okay?’. Ich bin losgefahren und habe Gas gegeben, aber ich wusste nicht, wie ich weniger Gas geben und bremsen sollte. In der ersten Kurve bin ich dann entsprechend hingefallen und habe mir einen tiefen Schnitt am Kinn zugezogen – die Narbe habe ich heute noch. Wir mussten schnell ins Krankenhaus, um die Verletzung behandeln zu lassen. Das war mein erster Kontakt mit Motorrädern (lacht). Aber meine Begeisterung für Motorräder und den Rennsport kommt von meiner Familie. Mein Vater ist nicht nur Pocketbikes gefahren, sondern hat auch mit dem Auto Rallyes bestritten. Von daher war der Rennsport immer ein Teil der Familie.“

Frage: „Was war bisher in der WorldSBK dein bester Moment auf der BMW S 1000 RR?“

Torres: „Ich denke, das war, als ich in Imola Vierter wurde. Das war mein bisher bestes Ergebnis der Saison. Für mich war am wichtigsten zu sehen, wie sehr sich das Team über das Ergebnis gefreut hat. Wir arbeiten daran, Schritt für Schritt näher an die Spitze heranzukommen. Ich bin zuversichtlich, weil ich weiß, dass BMW großes Potenzial hat, zu den Besten zu gehören.“

„Reiti ist für mich der perfekte Teamkollege“

Frage: „Wie gut verstehst du dich mit deinem Teamkollegen Markus Reiterberger?“

Torres: „Reiti ist der perfekte Teamkollege, denn er ist jung, er hat unheimlich viel Talent, und er kennt die BMW S 1000 RR in- und auswendig. Für mich ist das gut, denn oft, wenn ich denke, dass ich nicht mehr schneller fahren kann, legt Markus eine noch bessere Rundenzeit hin – und das hilft mir, auch noch etwas mehr zu pushen. Wir spornen uns immer gegenseitig an.“

Frage: „Wer ist die wichtigste Person für dich im Team oder in deinem Umfeld?“

Torres: „In meinem Team ist das im Moment Valerio, der Elektronik-Experte vom HP Race Support. Er hilft mir viel, und die Elektronik ist ein essentieller Teil des Gesamtpakets. Und er kennt sich mit der BMW Elektronik sehr, sehr gut aus. Mein Crewchief entscheidet, was wir in Sachen Abstimmung machen und in welche Richtung wir arbeiten, aber wenn es um die Elektronik geht, ist Valerio der wichtigste Mann.“

Frage: „Bist du auf irgendeine Art abergläubisch?"

Torres: „Ich würde sagen nein, aber ich habe meine Routinen. Dazu gehört, dass ich mir meine Ausrüstung so zurechtlege, dass ich immer zuerst das Rechte anziehe. Das ist mein einziger ‚Aberglaube’ – ich bin eigentlich ganz normal.“ (lacht)

Frage: „Was machst du, wenn du zuhause bist?“

Torres: „Ich trainiere jeden Morgen zusammen mit meinem Personal Trainier im Fitnessstudio. Wir haben einen strengen Plan, den er ausgearbeitet hat, um meine Fitness zu optimieren. Am Nachmittag gehe ich laufen oder Rad fahren, entweder mit einem Rennrad oder einem Mountainbike. Das mache ich allerdings nur an drei oder vier Nachmittagen pro Woche. Und wenn ich ein freies Wochenende habe, gehe ich zum Enduro-, Supermoto- oder Sandbahnfahren. Nur diese drei – Motocross fahre ich nicht. Denn erstens weiß ich nicht, wie man springt, und ich weiß auch nicht, wie man das Bike in der Luft unter Kontrolle hält. Und ich denke, dass man sich sehr schnell verletzten kann, wenn man bei einem Sprung einen kleinen Fehler macht.“

Frage: „Welche Sportarten würdest du gerne machen, wenn du nicht Motorradrennen fahren würdest?“

Torres: „Ich glaube, es hätte auf jeden Fall etwas mit Fahrradfahren zu tun, denn das macht mir auch riesigen Spaß.“

Nächtliche Angelausflüge

Frage: „Und hast du irgendwelche Interessen, die gar nichts mit dem Rennsport zu tun haben?“

Torres: „Oh ja, ich liebe das Angeln. Ich gehe manchmal nachts mit meinen Freunden zum Angeln. Dann sitzen wir zusammen, reden viel und retten die Welt (lacht). Ich habe viele Hobbys. Ich spiele auch gern Videospiele, und mit meinen Freunden liefere ich mir oft Rennen mit ferngesteuerten Autos. Ich habe zu viele Hobbys und zu wenig Zeit.“

Frage: „Was würdest du machen, wenn du kein Rennfahrer wärst?“

Torres: „Vielleicht hätte ich mein eigenes Team, oder ich würde für das spanische Fernsehen arbeiten. Ich habe viele Freunde und kenne viele Leute. Das hilft mir vielleicht, so etwas zu machen, wenn ich irgendwann mit dem Rennfahren aufhöre.“

Frage: „Welchen Rat gibst du jungen Talenten mit auf den Weg, die auch Rennfahrer werden wollen?“

Torres: „Das Wichtigste, wenn Kinder mit dem Motorradfahren anfangen, ist, an sich selbst zu glauben. Konzentriere dich auf eine Richtung, in die du gehen willst, fokussiere deine Arbeit darauf und folge diesem Weg Schritt für Schritt. Lass die Finger von Drogen und mache nicht zu viel Party, denn das hindert dich daran, deine Arbeit richtig zu machen. Man muss immer einen klaren Kopf haben, wenn man seine Ziele erreichen will. Und man darf nicht vergessen: Alle Spitzenpiloten arbeiten zwischen den Rennen sehr hart dafür, an der Spitze zu bleiben.“

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