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BMW Motorrad Motorsport
News

Gers, Frankreich, 15.06.2016,

Eine Familienangelegenheit

Cyril und Florian Brunet-Lugardon im Interview

Sie fahren beide mit der BMW S 1000 RR, sie treten beide erfolgreich in der French European Bikes Championship an – und sie sind Brüder: Cyril und Florian Brunet-Lugardon. Die beiden sind leidenschaftliche Rennfahrer, bei ihnen ist das Racing eine Familienangelegenheit und sie sind immer für einen Spaß zu haben.

Der 30-jährige Cyril ist der Ältere, Florian ist 26 Jahre alt. Seit 2014 treten die beiden südfranzösischen Brüder mit ihren BMW S 1000 RR des Teams Gers Moto Vitesse Ordannaise in der French European Bikes Championship an. Im ersten Jahr wurde Cyril Zweiter der Meisterschaftswertung, während in der vergangenen Saison Florian den zweiten Gesamtrang belegte und Cyril Dritter wurde. Zudem nehmen beide seit der Premierensaison 2014 an der BMW Motorrad Race Trophy teil. Im vergangenen Jahr holten sie in der Race Trophy Wertung die Plätze acht (Florian) und zehn (Cyril).

Wie die Eltern, so die Söhne

Frage: „Ihr seid beide Motorrad-Rennfahrer – liegt die Begeisterung für Motorräder oder den Rennsport bei euch in der Familie?“

Florian Brunet-Lugardon: „Unser Vater war immer schon ein großer Fan des Motorrad-Rennsports, und er hat unsere Mutter immer auf seinem Bike mitgenommen, seit sie 15 Jahre alt war. Sie sind regelmäßig zusammen mit Freunden auf dem Motorrad zu Grand-Prix-Veranstaltungen in Frankreich und Spanien gefahren. Und sie haben uns immer MotoGP-Geschenke mitgebracht, wie The-Doctor-Rossi-Kappen, Gibernau-T-Shirts, eine Kevin-Schwantz-Figur und so weiter.“

Cyril Brunet-Lugardon: „Von daher kam die Leidenschaft bei uns ganz von selbst. Und die Tatsache, dass wir in der Nähe einer Rennstrecke gewohnt haben – Paul Armagnac in Nogaro – hat unseren Wunsch, Rennfahrer zu werden, nur noch weiter befeuert.“

Frage: „In welchen Serien seid ihr gefahren, bevor ihr zu den French European Bikes gekommen seid?“

Cyril: „Ich bin sieben Jahre lang in verschiedenen 600-ccm-Kategorien gefahren. Von 2011 bis 2013 bin ich dann mit einer Superstock-Maschine in der Französischen Superbike-Meisterschaft angetreten. Es war immer mein Traum, in dieser Kategorie zu fahren, aber mein Bike war in Sachen Motorperformance den Maschinen anderer Hersteller unterlegen. 2014 bin ich dann mit einer BMW in die French European Bikes Championship gewechselt.“

Florian: „Ich habe mit 14 Jahren bei den 125ern angefangen und bin dort zwei Jahre lang gefahren. Danach bin ich gemeinsam mit meinem Bruder in den 600-ccm-Kategorien gefahren. Am Anfang hat er mir sehr geholfen und immer gesagt: ‚Folge dem Guide!’ ... Bis ich ihn dann ein Jahr später zum ersten Mal überholt habe (lacht). Nach drei Jahren bei den 600ern bin ich dann in die French European Bikes Championship umgestiegen. Wie mein Bruder fahre ich dort seit 2014.“

Die Familie ist immer zusammen

Frage: „Ist das Racing eine Familienangelegenheit? Ist eure Familie immer an der Rennstrecke dabei?“

Cyril: „Seit wir angefangen haben, ist unsere Familie bei jedem Rennen dabei. Und jetzt kommen auch unsere Freundinnen mit uns an die Strecke. Ja, es ist also definitiv eine Familienangelegenheit.“

Frage: „Ihr seid nicht nur Brüder, sondern scheint auch richtig gute Freunde zu sein. Ist das der Fall?“

Florian: „Ja, absolut. Das ist auch das Schöne daran, dass wir zusammen Rennsport betreiben: Wir arbeiten in verschiedenen Städten, aber bei den Rennen trifft sich unsere Familie immer und wir verbringen an der Rennstrecke viel Zeit zusammen.“

Frage: „In welchen Berufen arbeitet ihr?“

Cyril: „Ich bin Technischer Leiter bei einem Unternehmen für Spa-Produkte – also solchen Produkten, die das Wasser sprudeln lassen.“

Florian: „Ich bin Entwicklungsingenieur bei einem großen Unternehmen, das in der Automotive-Branche tätig ist. Ich entwickle Sensoren und solche Dinge.“

Frage: „Wie eng arbeitet ihr bei Tests und bei der Vorbereitung der Bikes in der Garage zusammen?“

Cyril: „Wir machen alle Tests und die gesamte Vorbereitungsarbeit zusammen – und zusammen mit unseren Eltern.“

Florian: „Cyril ist inzwischen ein echter Experte, wenn es darum geht, Verkleidungen zu reparieren.“ (lacht)

Frage: „Ihr seid Brüder und Teamkollegen, aber wie ist euer Verhältnis draußen auf der Strecke? Wie geht ihr es an, wenn ihr als Brüder mit- und gegeneinander Rennen fahrt?“

Cyril: „Aus technischer Sicht sind unsere Fahrstile und unsere Abstimmungen recht ähnlich.“

Florian: „Ja, Cyril kann sogar dann die exakt selben Rundenzeiten fahren wie ich, wenn er keinen Sitz auf dem Bike hat! Für ihn sind gute Rundenzeiten nicht so wichtig, er ist ein Showman (lacht)! Ich dagegen brauche eine gute Abstimmung, um schnell zu sein. Ohne Sitz könnte ich direkt nach Hause fahren.“ (lacht)

Cyril: „Lasst uns wieder ernst sein. Die Rennen sind heute viel taktischer als früher. Von daher ist es für uns von Vorteil, zu zweit zu sein. Und manchmal macht es richtig Spaß, sich eine Rennstrategie zu überlegen und diese umzusetzen.“

Florian: „Ja, aber am Ende kommt der Schnellere vor dem anderen ins Ziel.“

Cyril: „Stimmt – manchmal aber auch nicht!“ (beide lachen)

(Anm. d. Redaktion: 2015 stürzte Cyril in Le Vigeant im Rennen. Er fuhr das Rennen ohne Sitz zu Ende und belegte trotzdem noch den elften Rang.)

Wenn zwei Brüder gegeneinander Rennen fahren

Frage: „Das klingt, als ob ihr zusammen sehr viel Spaß habt. Gibt es besondere Rennen, über die ihr heute noch sprecht? Und die euch vielleicht sogar zum Lachen bringen, wenn ihr euch daran erinnert?“

Cyril: „Ja, Le Mans 2015. Drei Runden vor Schluss habe ich mit einem Vorsprung von sieben Sekunden geführt. Und dann hat mich mein Bruder praktisch auf dem Zielstrich noch überholt!“

Florian: (lacht): „Ja, er hat sich umgedreht, um zu sehen, wo seine Verfolger sind. Und ich war da! Und siehe da: Ich bin 0,079 Sekunden vor ihm ins Ziel gekommen. Das war mein erster Sieg. Und außerdem war es auch noch mein Geburtstag.“

Cyril: „Ja, und alle haben gedacht, dass ich ihm den Sieg zum Geburtstag geschenkt habe. Ganz bestimmt nicht!“

Florian: „Ich war einfach in den letzten drei Runden der Schnellste. Und du hast nicht geschaut, was dir auf der Boxentafel angezeigt wird.“ (beide lachen)

Die zweite Familie: Die BMW Motorrad Motorsport Community

Frage: „Ihr nehmt seit der Premierensaison 2014 an der BMW Motorrad Race Trophy teil. Was gefällt euch daran?“

Florian: „Die Race Trophy ist ein großartiges Konzept und sie basiert auf der Leidenschaft der Fahrer, der Organisatoren der Race Trophy und der Menschen, die die BMW S 1000 RR entwickeln – all derer, die ihre Leidenschaft für Motorräder leben. Und es ist toll, dass man Teil einer großen Familie ist. Einer Familie, die mitverfolgt, was man macht und die hinter einem steht.“

Frage: „2014 war Cyril in den Top-15 der Race Trophy, im vergangenen Jahr wart ihr beide unter den ersten 15. Wie habt ihr das Preisgeld investiert?“

Cyril: „Wir haben alles in zwei neue 2016er-Versionen der BMW S 1000 RR investiert, um bestmöglich gerüstet in die neue Saison zu gehen.“

Frage: „Welche Hobbys und Interessen habt ihr außerhalb des Rennsports?“

Cyril: „Alles, was mit Adrenalin verbunden ist!“

Florian: „Tja – Racing! Kartfahren, Motocross, Laufen und so weiter. Hauptsache, es hat mit Wettbewerb zu tun.“

Frage: „Wie würdet ihr den jeweils anderen beschreiben?“

Cyril: „Florian ist beharrlich, stark und sehr, sehr, sehr technisch.“

Florian: „Cyril ist mit jeder Abstimmung schnell – sogar ohne Sitz! Er ist physisch sehr stark und auf der Rennstrecke lehrt er jedem mit seiner Kampfeslust das Fürchten. Du solltest nie denken, dass du Cyril auf dem Motorrad in den letzten Runden schlagen kannst. Du wirst ganz sicher den Kürzeren ziehen.“

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