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BMW Motorrad Motorsport
News

Imola, Italy, 04.05.2016, FIM Superstock 1000 Cup

Der schnelle Italiener

FIM Superstock 1000 Cup Pilot Raffaele De Rosa im Interview

Althea BMW Racing Team Pilot Raffaele De Rosa gehört zu den Titelkandidaten im diesjährigen FIM Superstock 1000 Cup (STK1000). Seine Bilanz der ersten drei Rennen kann sich sehen lassen: Podium im MotorLand Aragón, dominanter Sieg in Assen, erneutes Podium beim Heimspiel am Wochenende in Imola. In der Meisterschaftswertung liegt er punktgleich mit Leandro Mercado an der Spitze. Zudem hat De Rosa die Führung in der BMW Motorrad Race Trophy 2016 übernommen.

Im Interview erklärt der 29-jährige Italiener aus Neapel, warum er sich auf der BMW S 1000 RR so wohl fühlt. De Rosa spricht über seine Faszination für das Rennfahren, seine sportlichen Hobbys, die Bedeutung seiner Tätowierungen – und verrät, dass er sehr abergläubisch ist.

„Das Bike ist sehr intuitiv“

Frage: Es ist deine erste Saison auf der BMW S 1000 RR. Wie einfach ist es dir bei den Wintertests gefallen, dich an das Motorrad zu gewöhnen?

Raffaele De Rosa: „Der erste Schritt war sehr einfach zu machen, da das Bike sehr intuitiv ist. Deshalb kann man damit auf Anhieb schnell fahren. Der zweite Schritt, vom schnellen zum sehr schnellen Fahren, benötigte etwas mehr Zeit. Schon die ersten Tests waren sehr positiv, denn das Bike gibt einem sehr viel Vertrauen. Um ehrlich zu sein, war es einfacher, als ich erwartet hatte.“

Frage: Auch für das Althea BMW Racing Team ist es die erste Saison mit der RR. Im ersten Rennen hattest du den Sieg in Reichweite, im zweiten Rennen hast du gewonnen, nun in Imola wieder auf dem Podium. Was ist der Schlüssel zu diesem Erfolg? Du als Fahrer? Die starke Teamarbeit? Das Bike? Oder eine Kombination aus allem?

De Rosa: „Wie immer – und wie man immer sagt – gewinnt und verliert man als Team. Von daher haben wir alle unseren Anteil an diesen Ergebnissen. Wir haben bereits im vergangenen Jahr zusammengearbeitet. Ich denke, das ist ein weiterer Vorteil für mich, denn ich fahre nicht nur weiter im selben Team, sondern im selben starken Team. Der Sieg im zweiten Rennen kam nicht aus dem Nichts, denn wir waren bereits im ersten Lauf dicht dran. Nun müssen wir diesen Trend fortsetzen.“

Wichtige Unterstützung durch den HP Race Support

Frage: Wie wichtig ist die Unterstützung der Münchener Experten des HP Race Support, die vor Ort mit dem Team zusammenarbeiten?

De Rosa: „Sehr wichtig, vor allem in Bezug auf die Elektronik und den Motor. Ich habe ein super Verhältnis zu den Ingenieuren, die mit uns an der Strecke sind.“

Frage: Wo liegen die Stärken der RR?

De Rosa: „Das ist zum einen ganz sicher der Motor, und die Beschleunigung in den niedrigen Gängen. Zudem macht es einem das Bike leicht, in Kurven einzulenken, da es sehr intuitiv ist.“

Der Aberglaube und die Routinen

Frage: Bist du während eines Rennwochenendes wie „im Tunnel“ komplett fokussiert? Oder ist es für dich auch kein Problem, abgelenkt zu werden, zum Beispiel wie bei deinem Heimspiel in Imola, mit Familie, Freunden und Fans um dich herum?

De Rosa: „Ich folge am Wochenende normalerweise festen Routinen, von daher ist es kein Problem, konzentriert zu bleiben. Manchmal bin ich meiner Familie gegenüber sogar ein bisschen abweisend, aber sie verstehen, dass ich arbeite. Mein Vater ist bei jedem Rennen dabei, aber nicht als mein Vater, sondern eher als mein Assistent, wie ein Kollege.“

Frage: Welche Routinen sind das?

De Rosa: „Wenn ich anfange, die aufzuzählen, sitzen wir den ganzen Abend hier! Ich bin sehr abergläubisch und deshalb gibt es eine ganze Liste an Dingen, die ich immer auf dieselbe Art und Weise und in derselben Reihenfolge mache, wenn ich mich auf das Rennen vorbereite. Dazu gehört, einen Handschuh und einen Stiefel vor dem anderen anzuziehen, immer zuerst den linken und dann den rechten. Ich steige auch immer von derselben Seite auf das Motorrad, und vieles mehr. Die Liste ist lang.“

Frage: Was macht für dich die Faszination am Motorrad-Racing aus?

De Rosa: „Für mich ist es dieses fantastische Gefühl, ein Motorrad zu fahren. Das ist alles, was ich machen möchte. Ich bin schon in verschiedenen Meisterschaften gefahren, und für mich persönlich ist es nicht die Atmosphäre im Paddock oder so etwas, was die Faszination ausmacht. Mich begeistert, auf die Strecke zu gehen und Rennen zu fahren. Deshalb bin ich hier.“

Der Privatmensch Raffaele De Rosa

Frage: Wie verbringst du deine Zeit, wenn du keine Rennen fährst?

De Rosa: „Mit Motocross-Fahren. Ich habe verschiedene Gruppen von Freunden – die Motocross-Gruppe, die Motard-Gruppe, die Fußball-Gruppe. Man sieht also, dass ich viel Sport mache. Ich gehe auch Laufen und trainiere mit meinem Personal-Trainer im Fitnessstudio. Er ist ein früherer Olympiateilnehmer und ein Freund von mir. Am meisten Spaß macht mir das Motocross-Fahren, auch wenn es etwas gefährlich ist und ich aufpassen muss, mich nicht zu verletzen.“

Frage: Hast du irgendwelche Hobbies oder Leidenschaften, die mit dem Rennsport überhaupt nichts zu tun haben oder lebst du das Racing rund um die Uhr?

De Rosa: „Neben den Sportarten, die ich gerade schon erwähnt habe, gehe ich sehr oft ins Kino, zweimal die Woche. Ich liebe es auch, gemeinsam mit meinen Freunden zu Abend zu essen.“

Frage: Du hast mehrere Tätowierungen. Haben diese spezielle Bedeutungen?

De Rosa: „Ja, sie alle haben eine spezielle Bedeutung. Die meisten haben nichts mit dem Rennsport zu tun, sondern verbinden mich mit Menschen, die mir nahestehen, mit Familienmitgliedern und engen Freunden. Für jede einzelne Tätowierung gab es einen Grund, und selbst jene, die mir vielleicht nicht mehr so gut gefallen, sind mir wegen ihrer Bedeutung weiterhin wichtig. Ich habe zum Beispiel eine für meinen Vater und eine für meine Mutter – und eine Tätowierung ist die Startnummer von Marco Simoncelli, der mein Freund war.“

Frage: Letzte Frage – eine Frage, die man eigentlich gar nicht stellen muss: Was ist dein Ziel für diese Saison?

De Rosa: „Den Titel zu gewinnen!“

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