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BMW Motorrad Motorsport
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München, Deutschland, 27.04.2016, BMW Motorrad Race Trophy BMW Motorrad Motorsport

Der Durchstarter

BMW Racer Maximilian Scheib im Interview

Am Saisonende 2015 zog ein junger Chilene in der FIM CEV Superbike European Championship (CEV) alle Blicke auf sich: Maximilian Scheib kam im Oktober in die Serie und bestritt die letzten drei Rennwochenenden auf der BMW S 1000 RR des EasyRace SBK Teams. Im Alter von nur 20 Jahren gewöhnte er sich schnell an die neue Serie und das neue Bike. In den fünf Rennen, in denen er Ende 2015 an den Start ging, fuhr Scheib viermal als Zweiter auf das Podium.

2016 setzt er seine Erfolgsserie fort: Beim Saisonauftakt in Valencia siegte er auf seiner BMW S 1000 RR des Targobank EasyRace SBK Teams – damit war er der erste Chilene, der ein Rennen der CEV gewann. Zudem beeindruckte er Anfang April im spanischen MotorLand Aragón mit einem Wildcard-Auftritt im FIM Superstock 1000 Cup, bei dem er einen guten neunten Rang holte.

Man kann durchaus sagen, dass Scheib die internationale Bühne mit einem Paukenschlag betrat. Bevor er nach Europa kam, war Scheib in Südamerika erfolgreich. Im Jahr 2000 begann er im Alter von nur fünf Jahren mit dem Rennsport und startete zunächst in kleineren Motocross-Klassen. 2008 stieg er in die 250-ccm-Klasse auf. Nur ein Jahr später, 2009, krönte er sich in der 600-ccm-Klasse der Argentinischen Meisterschaft zum Champion. 2015 gewann er den Titel in der höchsten Klasse des argentinischen Championats, der 600-ccm-Supersport-Klasse. Zudem sicherte er sich auch drei Jahre in Folge die Meisterkronen in der Chilenischen Superbike- sowie der Chilenischen Supermotard-Meisterschaft. Er bestritt auch mehrere Rennen in Mexiko.

2015 schlug Scheib zudem das nächste Kapitel in seiner Karriere auf. Er begann, in Europa Rennen zu fahren, zunächst in der Moto2-Klasse der FIM CEV European Championship. Im Oktober gab er dann sein Debüt auf der BMW S 1000 RR und in der Superbike-Klasse – der Beginn seiner beeindruckenden Erfolgsserie. Im Interview spricht Scheib darüber, ein Teil der großen weltweiten BMW Motorrad Motorsport Familie zu sein, über den Schlüssel zum Erfolg, den harten Weg in den internationalen Rennsport, sein Leben zwischen Chile und Europa und seine Ziele für die Zukunft.

Ein Leben, ganz dem Sport gewidmet

Frage: Für einen jungen Fahrer aus Chile ist es sicher nicht einfach, diesen großen Schritt zu machen und in Europa in einer hochklassigen Meisterschaft wie der CEV zu starten. Wie ist dir das gelungen?

Maximilian Scheib: „Mein Vater hat mich dabei unterstützt. Und ich denke, es war nur möglich, weil mein Leben ganz diesem Sport gewidmet ist – mit hartem Training und vielen Opfern. Ich denke auch, dass ich ein besonderes Talent habe, das dazu beiträgt, dass sich dieser Einsatz lohnt.“

Frage: An den letzten Rennwochenenden der Saison 2015 hast du mit herausragenden Leistungen beeindruckt. Nun bist du mit einem Sieg in die Saison 2016 gestartet und warst der erste Chilene, der in der CEV gewonnen hat. Was ist das Geheimnis deines Erfolgs? Du als Fahrer? Das Team? Das Bike? Oder eine Kombination aus allem?

Scheib: „Das Bike und das Team sind sehr wichtig. Das Niveau der Fahrer in der CEV ist wahnsinnig hoch, und ich denke, dass es dank der BMW S 1000 RR als starkes Gesamtpaket einfacher für mich war zu gewinnen. Von daher ist es zweifellos eine Kombination aus allem. Das Team ist großartig. Es macht einen herausragenden Job und sorgt dafür, dass alles bestens funktioniert.“

Frage: Stellen wir uns vor, wir sind zurück im Frühjahr 2015: Hättest du damals damit gerechnet, ein Jahr später, 2016, ein CEV-Sieger zu sein?

Scheib: „Natürlich habe ich davon geträumt, aber dies schien damals unmöglich zu sein. Doch ich habe weiter alles gegeben und das hat sich ausgezahlt!“

„Das Team ist alles für mich“

Frage: Worin liegen die Unterschiede, in Südamerika und in der CEV in Europa Rennen zu fahren?

Scheib: „In Europa ist das Niveau der Fahrer ausgeglichener und höher. Du bekommst es auf der Strecke mit vielen anderen schnellen Fahrern zu tun. Das bedeutet, dass du härter arbeiten und versuchen musst, vom Start weg schnell zu sein. Die Abstimmung des Bikes muss präziser und noch besser auf den Fahrer zugeschnitten sein. Ich hatte großes Glück, in ein Team wie das Targobank EasyRace SBK Team zu kommen, denn das ist ein wirklich starkes Team.”

Frage: Du bist ein junger Pilot, der auf einem anderen Kontinent Rennen bestreitet. Wie wichtig ist das Team als eine Art „Ersatzfamilie“ für dich?

Scheib: „Das Team ist alles für mich. Ich verbringe viel Zeit in Spanien, und wenn ich dort bin, wohne ich immer beim Targobank EasyRace SBK Team. Ich habe zu allen ein tolles Verhältnis. Vor allem zu Teammanager Eduardo Salvador, und auch zu allen Mechanikern.“

Stolz, ein Teil von BMW Motorrad zu sein

Frage: Du bist auch ein Teil der großen weltweiten BMW Motorrad Motorsport Familie. Wie wohl fühlst du dich in dieser Gemeinschaft?

Scheib: „Sehr wohl. Ich habe mich auf der BMW S 1000 RR gleich gut gefühlt. Das Team hat sehr viel Erfahrung mit dem Bike und hat dafür gesorgt, dass ich mich auf der RR auf Anhieb richtig wohl gefühlt habe. Und nun ist es sogar noch besser, denn wir werden von den deutschen Ingenieuren vom HP Race Support unterstützt, die an der Elektronik arbeiten. Es macht mich stolz, ein Teil der Marke BMW Motorrad zu sein. Ich gehöre zu einer der besten Marken im Bereich Technologie und allem, was mit dem Motorsport zu tun hat. Das ist ein wunderbares Gefühl.“

Frage: Wie gefällt dir das Konzept der BMW Motorrad Race Trophy?

Scheib: „Es ist großartig, diesen Wettbewerb gegen so viele andere BMW Piloten aus aller Welt zu haben und sie alle auf diese Art zusammenzubringen. Das ist ein klasse Konzept und ich werde versuchen, so viele Race Trophy Punkte wie möglich zu sammeln.“

Frage: Nach vier Wochen in Spanien warst du glücklich, als du nach dem Auftakt in Valencia wieder nach Hause nach Chile reisen konntest. Wie wichtig sind dir deine Familie und deine Freunde zu Hause?

Scheib: „Sie sind das Wichtigste in meinen Leben. Zuhause zu sein, gibt mir neue Motivation und zeigt mir, warum ich das liebe, was ich mache. Dadurch kehre ich noch stärker nach Europa zurück. Meine Lebensgefährtin Paulette Polin spielt in meinem Leben eine ganz wichtige Rolle. Sie unterstützt mich auf eine Art und Weise, wie dies niemand anderes kann. Mir gefällt, wo ich wohne und ich mag mein Land. Das einzig Negative ist, dass ich dort von niemandem Unterstützung bekomme, also weder von der Regierung, noch von Unternehmen oder von Sportmarken. In Chile gibt es keine Förderung für den Leistungssport – außer für den Fußball. Deshalb müssen wir auf uns aufmerksam machen, damit sie wissen, dass auch wir wichtig sind.“

Beharrlichkeit, Talent, Stärke

Frage: Wie verbringst du deine Zeit, wenn du keine Rennen fährst?

Scheib: „Wenn ich keine Rennen fahre, dann trainiere ich. Das ist für mich Hobby und Beruf gleichermaßen. Ich verbringe auch so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie. Und ich nehme an Pressekonferenzen und Meetings teil und versuche so, mehr Support zu bekommen.“

Frage: Hast du Vorbilder?

Scheib: „Ich bin ein großer Fan von Valentino Rossi. Ich schaue mir die MotoGP immer an – und in ein paar Jahren möchte ich selbst dort fahren.“

Frage: Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben?

Scheib: „Beharrlichkeit, Talent, Stärke.“

Frage: Welche Ziele hast du dir für die Saison 2016 gesteckt?

Scheib: „Weiter für jedes Rennen hart zu arbeiten, in den Rennen mit der nötigen Cleverness zu agieren und alles mir mögliche zu geben, um um den Titel in der FIM CEV Superbike European Championship zu kämpfen.”

Frage: Du bist 20 und stehst erst noch am Anfang deiner internationalen Karriere. Wie lauten deine langfristigen Ziele für die nächsten Jahre?

Scheib: „Ich möchte in der Superbike-Weltmeisterschaft fahren und mit den Ergebnissen, die ich dort hole, den Sprung in die höchste Klasse des Prototypen-Rennsports, die MotoGP, schaffen.“

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