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BMW Motorrad Motorsport
News

Le Mans, Frankreich, 13.04.2016, FIM Endurance World Championship (EWC)

24 Stunden Achterbahnfahrt

Die 39. Auflage der 24 Stunden von Le Mans

Bereits zum 39. Mal wurde am Wochenende das berühmte 24-Stunden-Motorradrennen von Le Mans ausgetragen. Dabei zeigte sich einmal mehr, warum der Klassiker zu Recht als eines der härtesten Langstreckenrennen der Welt gilt. Triumphe und Dramen, Jubel und Rückschläge – das lag in Le Mans auch in diesem Jahr eng beieinander.

So erlebten die sieben BMW Teams, die in Le Mans mit der BMW S 1000 RR an den Start gingen, ein ereignisreiches Wochenende. Es gab die Poleposition und einen Podiumsplatz zu bejubeln, aber auch Momente der Enttäuschung.

Bereits das launenhafte Aprilwetter stellte alle vor eine Herausforderung. Es war eisig kalt, und im Qualifying und vor dem Rennen regnete es immer wieder. Zwar gab es nach dem Start keine weiteren Regenschauer, doch tückische Mischbedingungen stellten die Teams immer wieder vor die schwierige Aufgabe, die richtigen Reifen zu wählen. Die Fans auf den Tribünen ließen sich vom widrigen Wetter die Laune jedoch nicht verderben: Wie immer herrschte in Le Mans volles Haus und Jung und Alt feierten gemeinsam ein großes Motorradfest.

Mit den 24 Stunden von Le Mans startete die FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) in die Saison 2016. Zwei Klassen gingen gemeinsam auf die Strecke: die Superbike-Kategorie (EWC SBK) und die Superstock-Klasse (EWC STK).

Poleposition für die BMW S 1000 RR

Das erste Highlight für die BMW Motorrad Motorsport Community gab es bereits am Freitag: Das Penz13.com BMW Motorrad Team sicherte sich mit den Piloten Kenny Foray, Mathieu Gines und Lukáš Pešek die Poleposition. Die Mannschaft um Teamchef Rico Penzkofer bestreitet seine zweite Saison in der Superbike-Klasse und bestätigte mit der Pole, dass sie mit den renommierten Werksteams auf Augenhöhe fährt.

„In Le Mans die Poleposition zu holen ist schon etwas Besonderes“, so Penzkofer. „Das gibt dem gesamten Team noch eine Portion Extra-Motivation für das Rennen. Wir haben vom ersten Training an gesehen, dass alles perfekt zusammen passt – Fahrer, Team, Motorrad – und dann auf der Pole zu stehen, das pusht noch einmal zusätzlich.“

Immer im Spitzenfeld dabei: die #13 RR

Genauso perfekt verliefen die ersten Rennstunden für das Penz13.com Team. Die BMW S 1000 RR mit der Startnummer 13 lag in den Top-3 und kämpfte um die Führung – und das, obwohl die Bedingungen alles andere als einfach waren.

„Es hat alles bestens zusammen gepasst. Das Team hat in der Box super Arbeit geleistet und richtig schnelle Boxenstopps gemacht“, berichtet Penzkofer. „Nach sechs Stunden hatten wir sogar die kürzeste Standzeit überhaupt von allen Teams. Die Fahrer haben auf der Strecke einen hervorragenden Job gemacht. Dazu war auch das Motorrad topp. Die RR lief wie ein Uhrwerk.“

Die Sicherheit geht vor

Doch als die Nacht über Le Mans hereinbrach, nahm eine Verkettung unglücklicher Umstände ihren Lauf. Mathieu Gines rutschte auf der Start-Ziel-Gerade seitlich weg und die RR schlitterte über die Curbs. Zunächst hatte das allerdings kaum Auswirkungen, das Team konnte das Rennen erst einmal ganz normal fortsetzen. Später traten jedoch im Bereich der Schwinge und der Hinterachse Probleme auf: „Offenbar ist das Motorrad so unglücklich über den Randstein gerutscht, dass es in diesem Bereich etwas verbogen hat. Man hat auch gesehen, dass es dort recht abgeschliffen war.“

Also tat das Team das, was Routine ist in einem 24-Stunden-Rennen. Es wechselte unter anderem die Schwinge und versuchte, die RR so schnell wie möglich wieder auf die Strecke zu schicken. Trotz des Zeitverlusts wäre noch alles möglich gewesen. Allerdings hatten die Beschädigungen noch ein weiteres Problem zur Folge. „Die Getriebeausgangswelle hat nun von der Kette so viel Zug bekommen, dass dort etwas Öl austrat“, so Penzkofer.

So traf das Team die schwierige Entscheidung: Wir hören auf. „Das war mir einfach zu gefährlich“, betont Penzkofer. „Es hätte noch die 16 Stunden halten können – das Öl hätte aber auch plötzlich herausspritzen können. Wir konnten nicht riskieren, dass dadurch einer unserer Fahrer oder ein anderer Pilot zu Sturz kommt. Wenn man es nicht abschätzen kann, geht die Sicherheit vor.“

Die Fahrer: „Ein Goldgriff“

Auch wenn schlicht und ergreifend Pech zum vorzeitigen Aus geführt hat, zieht Penzkofer eine mehr als positive Bilanz. „Ich denke, dass wir auf jeden Fall gezeigt haben, was wir können. Wir haben ein richtig gutes Fahrertrio, das hervorragend zusammenpasst. Mit unseren drei Fahrern haben wir einen echten Goldgriff gemacht. Alle drei sind konstant schnell und verstehen sich untereinander bestens. Und sie sind richtig happy. Jeden Tag sind sie zum Team gekommen und haben gesagt, wie super das Motorrad ist. Da freut man sich einfach, wenn man so eine Rückmeldung bekommt.“

Und weiter: „Als Team haben wir uns gegenüber dem vergangenen Jahr in vielen Dingen verbessert, vor allem bei den Boxenstopps. Der HP Race Support hat vor Ort klasse Arbeit geleistet. Der Spritverbrauch wurde optimiert und wir konnten fünf Runden länger mit einer Tankfüllung fahren als im vergangenen Jahr. Es gibt also wirklich viele positive Dinge und wir haben gesehen, dass wir ganz vorn dabei sein können.“

Völpker auf dem Superstock-Podium

Penzkofers Freund Ingo Nowaczyk gehörte zu denjenigen, für die es in Le Mans ein Happy End gab. Sein Team Völpker NRT48 by Schubert Motors beendete den Marathon auf dem starken siebten Gesamtrang – und sicherte sich damit den dritten Platz auf dem Podium der Superstock-Klasse. Pilotiert wurde die #48 RR von Bastien Mackels, Dominik Vincon und Stefan Kerschbaumer.

„Es ist tatsächlich wahr, wir vertreten BMW Motorrad auf dem Superstock-Podium. Zwar lagen wir bis zwei Stunden vor Schluss auf Rang zwei unserer Kategorie und rutschten dann nach einem Sturz auf Platz drei, aber trotzdem ist das ein tolles Ergebnis“, sagte Mackels.

Alle weiteren BMW Teams erreichten nach 24 Stunden ebenfalls das Ziel. Das französische Tecmas Racing Team – BMW belegte bei seinem Le-Mans-Debüt den 18. Gesamtrang. Die Mannschaft von GERT56 HMT by RS Speedbikes beendete den Klassiker auf Position 31. Für das Team 24Racing – Piste Libre – Epsilon stand Platz 36 zu Buche, die RR von LRP Poland überquerte die Ziellinie nach 24 Stunden auf dem 43. Rang. Und das Team von IVR BMW Motorrad CSEU kam ebenfalls an, wenn auch auf dem 45. und letzten Platz – aber das ist eine ganz eigene Geschichte.

 

Links

• FIM LANGSTRECKEN-WELTMEISTERSCHAFT (EWC)
• www.fimewc.com