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BMW Motorrad Motorsport
News

Le Mans, Frankreich, 06.04.2016, FIM Endurance World Championship (EWC)

Die Marathonläufer

EWC-Saisonauftakt mit den 24 Stunden von Le Mans

Le Mans, Sonntagmorgen, drei Uhr. Es ist kalt in dieser Aprilnacht. Die Fans auf den Tribünen haben sich in Jacken und Decken eingehüllt und manch einer gibt sich einem Nickerchen hin. Die Mechaniker und Techniker in den Garagen haben dunkle Ringe unter den Augen. Doch im Kopf sind sie hellwach. Gebannt schauen sie auf die Monitore. Denn draußen auf der Strecke drehen ihre Bikes unermüdlich Runde um Runde. Seit zwölf Stunden. Und noch weitere zwölf Stunden liegen vor ihnen. Denn es ist gerade einmal Halbzeit bei den 24 Stunden von Le Mans, einem der größten Langstreckenklassiker im Motorrad-Rennsport.

Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit: Mit den „24h Motos“ startet die FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) in die Saison 2016. Mit dabei sind sieben BMW Teams, die sich mit der BMW S 1000 RR dem Rennen zweimal rund um die Uhr stellen.

Härtetest für Mensch und Maschine

In diesem Jahr wird der Motorradklassiker zum 39. Mal ausgetragen. Seit 1978 stellen sich Motorrad-Fahrer und -Teams diesem Härtetest für Mann und Maschine.

„Ein 24-Stunden-Rennen ist auf einem Motorrad noch einmal eine ganze Ecke heftiger als in einem Auto. Die Fahrer gehen schon wirklich an ihre Grenzen“, sagt Langstrecken-Urgestein Rico Penzkofer, der Chef des Penz13.com BMW Motorrad Teams. Die Piloten müssen hellwach sein und dürfen nie die Konzentration verlieren – auch nicht mitten in der Nacht, nach zahllosen Stunden im Sattel, in der Dunkelheit.

An die Grenzen gehen auch die Mechaniker: „Unsere Jungs arbeiten von Samstagmorgen bis Sonntagabend komplett durch. Und dann kommt es noch darauf an, wie die Tage vor dem eigentlichen Rennen liefen. Wenn du am Freitag im Training ein Problem hast, kann es schon vorkommen, dass du lange bis in die Nacht arbeiten musst und dann nur noch vier Stunden Schlaf abbekommst, bevor es am Samstagmorgen in die Marathonschicht geht.“

Ganz auf den Dauereinsatz ausgelegt

Die Rennmaschinen werden in diesen 24 Stunden ebenfalls ultimativ ans Limit gebracht. Schon ein Acht-Stunden-Rennen ist eine Herausforderung für das Material, ein 24-Stunden dauert dreimal länger. Ein Dauerlauf zweimal rund um die Uhr unter extremsten Rennbedingungen bedeutet Verschleiß pur. Entsprechend ist die Renn-Technik der Langstrecken-Bikes deutlich robuster gebaut als die ihrer Schwestern aus den anderen Rundstreckenserien, in denen ein Rennen über 30 oder 45 Minuten geht – und die Teams danach Zeit haben, alles zu warten.

Dazu verfügen die Bikes wie Penzkofers #13 BMW S 1000 RR über weitere Features für den speziellen Einsatz auf der Langstrecke. Denn auch wenn ein Rennen 24 Stunden dauert, zählt in der EWC jede Sekunde. Modifikationen an Lenker, Fußrasten und Verkleidung erlauben im laufenden Rennen schnellere Reparaturen. Der Tank hat eine größere Kapazität von 24 Litern (im Vergleich zu 17,5 Litern in der Serienversion) und dank eines modifizierten Tankdeckels kann das Team eine Schnellbetankung unter fünf Sekunden durchführen. Da in der Nacht gefahren wird, haben die Langstrecken-Bikes natürlich auch eine Lichtanlage und beleuchtete Startnummern.

Gratwanderung am Limit

Zu den weiteren Herausforderungen für die Teams gehört die Abstimmung der Rennmaschine. Das Gesamtpaket muss dem extremen Dauerlauf standhalten - aber da es auf jede Sekunde ankommt, muss die Technik auch in Sachen Abstimmung an ihre Grenzen gebracht werden.

„Jeder versucht, ans Maximum zu gehen. Die Frage, wie man das Motorrad einstellt, ist immer eine Gratwanderung“, bestätigt Penzkofer. „Denn die Spitze liegt in der Langstrecken-WM inzwischen so eng beieinander, dass entscheidend ist, wer mit seinem Benzin am weitesten kommt. Ein Boxenstopp kostet zwischen 45 und 50 Sekunden, bei zwei Boxenstopps entspricht das schon einer Runde, die du verlierst. Und das kannst du heute auf der Strecke nicht mehr aufholen. Also wird sehr viel probiert, möglichst spritsparend zu fahren – das kann aber auf Kosten der Haltbarkeit gehen. Man braucht also wirklich Fingerspitzengefühl.“

Dazu kommen weitere Unwägbarkeiten, wie unberechenbares Wetter, unverschuldete Unfälle und ähnliches – die alte Weisheit, dass in einem 24-Stunden-Rennen alles passieren kann, bewahrheitet sich immer wieder.

Zusammenhalt und gelebte Tradition

Doch genau das macht für alle Beteiligten den Reiz an Langstrecken- und vor allem an 24-Stunden-Rennen aus. Und die besondere Atmosphäre im Fahrerlager. „Im Langstreckensport geht es einfach familiärer zu als in anderen Serien – und das gefällt mir gut“, so Penzkofer. Auch die BMW Familie ist eine eingeschworene Gemeinschaft: „Man hilft sich, wo man kann. Da ist es praktisch, wenn die Boxen nah beieinander liegen, denn dann hat man kurze Wege.“

Dazu kommt die einzigartige Stimmung gerade in Le Mans. „Hier spürt man einfach die lange Geschichte und die Tradition, die das Endurance-Racing auf dieser Strecke und in diesem Land hat. Hier ist immer volles Haus“, schwärmt Penzkofer.

Seit 1923 gibt es das 24-Stunden-Rennen von Le Mans für Automobile. Seit 1971 tragen auch die Motorräder hier die Jagd zweimal um die Uhr aus, zunächst mit dem Bol d’Or und seit 1978 mit den „24h Motos“.

Die BMW Teams in Le Mans im Überblick

Penzkofers Penz13.com BMW Motorrad Team bestreitet 2016 seine zweite Saison in der höchsten Kategorie der EWC, der Superbike-Klasse (EWC SBK). Mit dem Fahrer-Trio Kenny Foray, Mathieu Gines und Lukáš Pešek will die Mannschaft in diesem Jahr den nächsten Schritt machen und im Feld der etablierten Werksmannschaften auf das Podium fahren.

Ebenfalls in der EWC SBK tritt das Team BMW Motorrad CEEU an. Die BMW S 1000 RR mit der Startnummer 52 wird pilotiert vom letztjährigen Champion der Alpe Adria Road Racing Championship und Drittplatzierten der BMW Motorrad Race Trophy 2015, Roland Resch, sowie von Michal Filla, Janez Prosenik und Martin Choy.

Die dritte RR im Superbike-Feld wird vom Team Tecmas BMW eingesetzt, die Startnummer 88 mit den Fahrern Dominique Platet, Camille Hedelin, Clive Rambure und Nicolas Senechal. Dazu kommt die #90 RR des Team LRP Poland mit Bartlomiej Lewandowski, Marek Szkopek, Pawel Gorka und Gwen Giabbani.

In der Superstock-Klasse gehen drei BMW Teams an den Start. Angeführt wird das BMW Aufgebot in dieser Klasse von Völpker NRT48 Schubert Motors. Teamchef Ingo Nowaczyk ist ein alter Freund von Penzkofer – Racing-Familie eben. Auf der #48 RR wechseln sich Bastien Mackels, Dominik Vincon und Stefan Kerschbaumer ab. Dazu kommen das Team GERT56 HMT by RS Speedbikes (#56) mit Rico Löwe, Sasha Hommel und Didier Grams, sowie das Team 24Racing – Piste Libre – Epsilon (#42) mit Jean-Paul Fritsch, Stéphane Bednarek, Christophe Seigneur und Julien Dubus.

Die 24 Stunden von Le Mans starten am Samstag, 9. April, um 15 Uhr.

Links

• FIM LANGSTRECKEN-WELTMEISTERSCHAFT (EWC)
• www.fimewc.com