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BMW Motorrad Motorsport
News

Moneymore, Großbritannien, 14.10.2015, British Superbike Championship (BSB)

Eine Einheit mit seiner RR

Tyco BMW Pilot Michael Laverty im Interview

Am kommenden Wochenende (17. und 18. Oktober) wird in Brands Hatch das große Saisonfinale in der British Superbike Championship (BSB) ausgetragen. Einer der Fahrer, die dabei im Rampenlicht stehen, ist BMW Pilot Michael Laverty. Gemeinsam mit seinem Tyco BMW Teamkollegen Tommy Bridewell gehört er zu den sechs „Title Fighters“, die sich in diesem Jahr die begehrten Plätze im „Title Showdown“ der BSB gesichert haben. Im Verlauf der Saison wurde Laverty auf seiner BMW S 1000 RR immer stärker. Dies zeigte sich deutlich bei den jüngsten Rennen in Assen und Silverstone, wo der 34-jährige Nordire sensationelle Podiumsplatzierungen feierte.

Im Interview spricht Laverty über den Schlüssel zum Erfolg, seine erste Saison auf der BMW S 1000 RR, das unverzichtbare Vertrauen in ein Bike, die Stärken seiner RR und seines Tyco BMW Teams, die Unterstützung aus München sowie seine Erwartungen für das große Saisonfinale in Brands Hatch.

„Ich fühle mich auf dem Bike wirklich zuhause“

Frage: Michael, du bist einer der sechs „Title Fighters“ in der BSB. In Assen bist du als Dritter auf das Podium gefahren und zuletzt in Silverstone hast du dir einen herausragenden zweiten Platz gesichert. Was ist der Schlüssel zu diesen starken Ergebnissen?

Michael Laverty: „Ich denke, dass sich das im Verlauf der Saison schon lange angedeutet hat. Ebenso wie für das Team war die BMW zu Beginn des Jahres auch für mich vollkommen neu. Im Verlauf der Saison ist es uns dann gelungen, das Bike immer besser an meinen Fahrstil anzupassen. Ich habe mich auf dem Motorrad immer wohler gefühlt und im letzten Saisonviertel sind meine BMW S 1000 RR und ich eine echte Einheit geworden. Seit Assen fühle ich mich auf dem Bike wirklich zuhause, und da draußen auf der Strecke bin ich jetzt einer der Schnellsten. Wir müssen zwar noch Josh Brookes einholen, aber im Vergleich mit allen anderen da vorn an der Spitze sind wir derzeit absolut konkurrenzfähig. Ich fühle mich auf dem Motorrad richtig gut und dieses große Vertrauen, das ich in die BMW habe, ermöglicht mir, in jeder Kurve maximal zu attackieren.“

F: Du hast es angesprochen: Das Vertrauen ist ein entscheidender Faktor. Kannst du erklären, welchen Unterschied es für einen Piloten macht, ob er ein starkes Bike fährt oder ein starkes Bike, in das er absolutes Vertrauen hat?

Laverty: „Vertrauen ist das Allerwichtigste. Im Rennsport muss man an die Grenzen gehen können. Man muss in der Lage sein, sich mit der Front in jede Kurve zu werfen und mit durchdrehendem Hinterreifen aus jeder Ecke heraus zu beschleunigen. Du musst am Limit fahren und in jeder Kurve kurz davor sein, einen Sturz zu riskieren. Man wandelt auf einem sehr schmalen Grat. Deshalb muss man 100 Prozent Vertrauen in das Gesamtpaket haben und exakt vorhersagen können, was das Motorrad machen wird. Das macht den Unterschied aus. Im ersten Teil der Saison war dies noch schwierig für mich. Denn die Standardversion der BMW S 1000 RR mit der BMW Elektronik ist perfekt, doch in der BSB müssen wir seitens der Elektronik das Einheitssystem von MoTec einsetzen, das für die gesamte Rennserie vorgeschrieben ist. Und das verändert das Bike ziemlich. Wir haben eine Zeit lang gebraucht, bis wir so weit waren, dass mir das Motorrad dasselbe gute Gefühl vermittelt hat wie die Standard-BMW. Doch nun ist uns das gelungen und so kann ich das Potenzial des Bikes fast voll ausschöpfen.“

„Das Bike ist in seiner Gesamtheit sehr gut“

F: Liegt es an speziellen, einzelnen Bereichen des Bikes, dass du dich auf deiner RR so wohlfühlst oder am Gesamtpaket?

Laverty: „Das Bike ist in seiner Gesamtheit sehr gut. Eine der größten Stärken der RR ist zweifellos ihr Motor, der einer der stärksten in dieser Klasse ist. Leider konnte ich dies anfangs noch nicht voll ausnutzen, da wir Schwierigkeiten hatten, die ganze Leistung auf die Straße zu bringen. Doch wir haben die Fahrwerksabstimmung, die Aufhängung und vor allem über die Elektronikabstimmung die Gasannahme verbessert. Diese Änderungen haben große Fortschritte gebracht und nun ist es mir möglich, mit dem Motorrad maximal zu attackieren.“

F: Dein Team, Tyco BMW, ist die einzige Mannschaft, die mit zwei „Title Fighters“ im Showdown vertreten ist. Was macht das Team so stark?

Laverty: „Es ist sehr schwierig, so etwas zu schaffen. Vor allem muss man bedenken, dass es für das gesamte Team das erste Jahr mit BMW ist. Sie mussten also über den Winter viel Neues lernen. Dass wir gleich in der ersten Saison nach dem Herstellerwechsel so erfolgreich sind, haben wir sowohl den Stärken der BMW als auch dem Können des Teams zu verdanken. Tommy und ich hatten uns zum Ziel gesetzt, in den Showdown zu kommen, und als wir es tatsächlich beide in die Top-6 geschafft hatten, war dies ein großer Erfolg für uns. Doch nun möchten wir mehr – als Team und als Fahrer. Wir möchten weitere Rennen gewinnen. Ich denke, alles in allem hat das gesamte Team im ersten Jahr Großartiges geleistet.“

Wichtige Unterstützung aus München

F: Wie wichtig war die Unterstützung aus München durch BMW Motorrad Motorsport und HP Race Support?

Laverty: „Die Unterstützung aus München war in diesem Jahr wirklich großartig. Bei den meisten Rennen ist ein Ingenieur aus der Rennabteilung dabei. Wie ich schon erklärt habe, dürfen wir die BMW Elektronik in der BSB nicht verwenden und es war viel Arbeit, das Einheitssystem von MoTec so zu entwickeln, dass es im Zusammenspiel mit der BMW perfekt funktioniert. Dabei haben die Jungs von BMW Motorrad Motorsport eine wesentliche Rolle gespielt. Es ist klasse, diese direkte Unterstützung vom Werk zu haben. Sie kennen die RR ganz genau und haben uns sehr geholfen, aus dem Motorrad ein Bike zu machen, das in der BSB Rennen gewinnt.“

F: Dies ist deine erste Saison auf der BMW S 1000 RR. Fühlst du dich als Teil der großen BMW Motorrad Motorsport Familie?

Laverty: „Ja, definitiv. BMW ist ein großartiges Unternehmen, die Zusammenarbeit ist klasse und das erste Jahr hat mir großen Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir diese Partnerschaft und das, was wir in diesem Jahr zusammen erreicht haben, in der Zukunft fortsetzen können. Es ist wirklich toll, mit diesem Hersteller zu arbeiten.“

F: Das Saisonfinale der BSB 2015 wird am kommenden Wochenende in Brands Hatch ausgetragen. Was erwartest du dir von den letzten Rennen?

Laverty: Ich freue mich schon sehr auf Brands Hatch. Wir fahren an diesem Wochenende drei Rennen, und ich habe zwei Ziele. Im Moment liege ich nur 20 Punkte hinter dem dritten Gesamtrang in der Meisterschaft. Ich möchte die Saison unter den besten Drei der Gesamtwertung beenden. Und ich möchte in dieser Saison noch auf die oberste Stufe des Podiums steigen. Dies sind meine zwei Ziele für Brands Hatch – und eines führt automatisch zum anderen. Wenn wir dort Rennen gewinnen, werde ich Dritter in der Meisterschaft. In Assen waren wir Dritter, in Silverstone Zweiter. Also möchte ich in Brands Hatch Erster werden und die Saison damit perfekt abschließen.“

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