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BMW Motorrad Motorsport
News

Ontario, Kanada, 02.09.2015, Canadian Superbike Championship (CSBK)

Der Überflieger

Jordan Szoke, CSBK-Champion 2015, im Interview

Er ist der Mann, der dem Superbike-Racing in Kanada seinen Stempel aufdrückt: BMW Motorrad Privatfahrer Jordan Szoke. Mit einer mehr als beeindruckenden Performance hat er sich in der Canadian Superbike Championship (CSBK) 2015 zum Champion gekrönt. Sieben Rennen wurden in dieser Saison ausgetragen, in allen sieben hat er mit seiner BMW S 1000 RR des Mopar Express Lane BMW Superbike Teams den Sieg geholt.

In diesem Jahr ist der 36-Jährige zum zehnten Mal Champion in der CSBK geworden. Und zum zweiten Mal nach 2010 hat er sich den Titel mit Siegen in allen Saisonrennen gesichert. Dank seiner herausragenden Ergebnisse führt der Kanadier aktuell die BMW Motorrad Race Trophy an. Im Interview spricht Szoke über die Saison 2015, seine BMW S 1000 RR, die BMW Motorrad Motorsport Community und seine Ziele für die Zukunft.

„Vom ersten Moment an einfach fantastisch“

Frage: Gratulation zu dieser sensationellen Saison, Jordan. Nachdem du im vergangenen Jahr wegen einer Verletzung in den letzten Rennen nicht mehr antreten konntest, hast du dich eindrucksvoll zurückgemeldet. Du hast dir den CSBK-Titel 2015 mit sieben Siegen in sieben Rennen gesichert. Hättest du selbst damit gerechnet, so stark zu sein?

Jordan Szoke: „Um ehrlich zu sein, war ich vor den Vor-Saison-Tests etwas skeptisch. Ich wusste nicht, wie ich mich auf dem Bike fühlen würde. Aber es war vom ersten Moment an einfach fantastisch. Wir hatten nicht das kleinste Problem, und ich war überrascht, wie gut alles lief. Das hat mir für die anstehende Saison eine Riesenportion Zuversicht gegeben. Ich versuche immer, mit einem Erfolg in die Saison zu starten. Das erste Rennen fand in Calabogie statt. Ich mag die Strecke und wollte zum Auftakt unbedingt einen Sieg holen. Das ist mir nach einem tollen Duell mit dem Vorjahresmeister Jodi Christie auch gelungen. Danach ergab sich einfach eines nach dem anderen. Mit der 2015er BMW S 1000 RR hat BMW wirklich einen großen Schritt nach vorn gemacht. Es macht richtig Spaß, mit ihr zu fahren.“

F: In welchen speziellen Bereichen hattest du das Gefühl, dass die 2015er BMW S 1000 RR noch besser ist?

Szoke: „Das Kurvenverhalten ist definitiv noch besser geworden. Es ist körperlich nicht mehr so anstrengend, das Bike einzulenken. Zudem ist der Rahmen weniger steif. Von den Rennstrecken her ist es in Kanada ähnlich wie in der British Superbike Championship. Wir haben zum einem diese tollen Weltklasse-Strecken mit recht ebenem Belag, auf der anderen Seite fahren wir aber auch auf engen Kursen mit sehr unebenem Belag, in denen du von Sektor zu Sektor auch noch unterschiedlichen Asphalt hast. Das Bike muss diese Unebenheiten gut schlucken und das ist bei der 2015er RR definitiv der Fall.“

F: Die Rennen waren teilweise wirklich eng. Gab es während der Saison einen Punkt, an dem du dich mit Blick auf die Meisterschaft damit zufriedengegeben hättest, auf den Punkterängen ins Ziel zu kommen? Oder bist du in jedem Rennen auf Sieg gefahren und wolltest du dieses Kunststück schaffen, alle Rennen zu gewinnen?

Szoke: „Bei den beiden Rennen beim Saisonfinale in Mosport habe ich natürlich an die Meisterschaft gedacht. Mosport ist eine Strecke, auf der immer fünf oder sechs Jungs um den Sieg kämpfen. Auf der einen Seite hatte ich den Titel im Hinterkopf und wollte nicht unnötig viel attackieren. Also hätte ich mich auch damit zufrieden gegeben, weiter hinten mitzufahren. Doch dort ist man ebenfalls in Zweikämpfe verstrickt. Deshalb habe ich mir gedacht: Warum nicht an der Spitze mit den Jungs fighten, gegen die ich es gewohnt bin, zu fahren? Ich hatte das Gefühl, dass dies sicherer wäre. Das Bike hat sich großartig angefühlt, wir hatten eine gute Abstimmung und so konnte ich in der letzten Runde versuchen, das rennentscheidende Manöver zu starten. Und es ist uns gelungen, das erste der beiden Mosport-Rennen zu gewinnen und damit den Titel fix zu machen. Das zweite Rennen hat dann richtig Spaß gemacht, denn da konnte ich vollkommen unbeschwert auf Sieg fahren.“

F: Wie wichtig ist die Unterstützung von BMW Motorrad Kanada und HP Race Support?

Szoke: „Die Jungs bei BMW Motorrad Kanada sind klasse. Sie bringen eine riesige Begeisterung für den Sport mit, und ihre Unterstützung ist fantastisch. Sie bieten allen Privatfahrern, die in der nationalen Meisterschaft antreten, spezielle Konditionen an. Als Topteam bekommen wir noch etwas mehr direkte Unterstützung. Es ist großartig, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Sie werden mir auch dabei helfen, in dieser Saison ein Wochenende in der MotoAmerica AMA/FIM North American Championship zu bestreiten. Ich werde im September an den Rennen im New Jersey Motorsports Park teilnehmen. BMW Motorrad Kanada beteiligt sich an den Kosten und ermöglicht uns so die Teilnahme. Auch die Ingenieure von HP Race Support in München sind eine echte Unterstützung. Sie haben uns mit der neuen Software enorm weitergeholfen, das war sehr wichtig für uns.“

Spitzenreiter in der BMW Motorrad Race Trophy

F: Du bist der aktuelle Spitzenreiter der BMW Motorrad Race Trophy. Wir gefällt dir dieser besondere weltweite Wettbewerb für die BMW Motorrad Privatpiloten?

Szoke: „Ich finde die BMW Motorrad Race Trophy großartig – aus mehreren Gründen. Es ist klasse, dass BMW die Leistungen von uns Privatfahren auf diese Weise anerkennt. Dann ist da der finanzielle Aspekt. Wir alle versuchen, das Budget zusammenzukratzen, damit wir Rennen bestreiten können. Das ist nicht so einfach. Von daher ist die zusätzliche Unterstützung durch das Preisgeld toll. Und es ist einfach fantastisch, wenn wir alle am Ende der Saison zusammenkommen und gemeinsam feiern. Zudem bietet die Race Trophy den Piloten von den verschiedenen Kontinenten eine hervorragende internationale Plattform. Ich denke, dass der Rennsport in Nordamerika auf einem guten Niveau ist, über die Jahre haben wir einige Talente hervorgebracht. Ein Sieg in der BMW Motorrad Race Trophy wäre für uns hier in Nordamerika und Kanada wirklich cool. Das wäre ein toller Erfolg für uns.“

F: Fühlst du dich mit all den anderen BMW Piloten aus aller Welt wie der Teil einer großen Familie?

Szoke: Absolut. Ich betreibe schon sehr lange Rennsport und bin als Rennfahrer um die Welt gereist. Von daher habe ich in den vergangenen Jahren einige der anderen Piloten kennengelernt. Es ist immer klasse, sich zu treffen und Zeit miteinander zu verbringen. Wir fahren alle mit dem gleichen Bike, deshalb haben wir einiges, worüber wir reden können. Ich persönlich finde es wunderbar, zur Saisonabschlussveranstaltung nach Deutschland zu kommen. Meine Frau ist Deutsche und mein Sohn Wolfgang hat einen deutschen Vornamen – von daher ist es für uns einfach klasse und wir freuen uns schon sehr auf das nächste Mal.“

F: Wie lautet nach diesem perfekten Jahr deine Zielsetzung für die kommende Saison?

Szoke: „So weiterzumachen. Ich liebe es einfach! Ich werde zwar älter, aber ich habe mich auf dem Bike noch nie so gut gefühlt. Und die Rennen machen mir riesigen Spaß. Es kommen einige junge, starke Fahrer nach, das ist für mich ein zusätzlicher Ansporn. Wir werden im nächsten Jahr versuchen, ein paar mehr Rennen in den USA zu fahren. Zudem würde ich gerne wieder einmal bei den ‚Suzuka 8 Hours‘ und ähnlichen Veranstaltungen antreten. In dieser Saison haben wir uns vor allem darauf konzentriert, nach der Verletzungspause wieder zu alter Stärke zurückzufinden und in Kanada den Meistertitel zurückzuholen. Im nächsten Jahr werden wir versuchen, diesen Erfolg in der CBSK zu wiederholen, aber darüber hinaus auch andere Events zu bestreiten.“

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