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BMW Motorrad Motorsport
News

Macau, China, 16.11.2016, BMW Combined Road Race Challenge (BMW RRC)

Mythos Macau

Jubiläumsrennen zwischen Leitplanken

Der legendäre Macau Grand Prix gehört zu den berühmtesten Stadtrennen der Welt. In diesem Jahr feiert der Mythos Macau Jubiläum: Am Samstag geben die Motorrad-Piloten zum 50. Mal zwischen den Leitplanken des asiatischen Spielerparadieses Vollgas.

Alljährlich im November verwandeln sich die Straßen der ehemaligen portugiesischen Kolonie und heutigen chinesischen Sonderverwaltungszone Macau in eine Rennstrecke. Der „Guia Circuit“ zählt zu den schwierigsten Stadtkursen der Welt. Über 6,115 Kilometer geht es durch die Häuserschluchten Macaus, immer dicht an den Leitplanken entlang.

Ein echter Macau-Kenner ist Rico Penzkofer. Elfmal ist er mit seinem Penz13.com-Team bereits bei diesem legendären Rennen angetreten, davon siebenmal selbst als Fahrer. „Es ist die einzige Strecke, auf der ringsherum nur Mauern oder Leitplanken sind. Man kann es mit Monaco in der Formel 1 vergleichen. Es ist das einzige Rennen, das so ein Flair hat. Dass dann noch in einer solchen Metropole gefahren wird, macht die Sache einmalig“, sagt Penzkofer über die Faszination Macau. „Es ist auch für die Road Racer etwas ganz Besonderes, und deshalb gehen sie auch so gerne dorthin.“

Road Racer seien mit ihrer Erfahrung auf dem anspruchsvollen und engen Kurs auch im Vorteil, so Penzkofer weiter: „Auf einer Rennstrecke sehe ich meistens irgendwo einen Kurvenausgang oder kann mich auf den Kerb konzentrieren. Das ist dort eben überhaupt nicht der Fall. Aufgrund der ganzen Mauern, Leitplanken und Häuser sieht man eigentlich nirgendwo den Kurvenausgang, an dem man sich orientieren kann. Der Einlenkpunkt muss einfach passen, dass man auch dort aus der Kurve kommt, wo man herauskommen muss. Es muss ineinander übergehen, und man braucht schon ein paar Runden, bis man das verinnerlicht hat.“

„Man muss die Arschbacken zusammenkneifen“

Insgesamt sei es für Road Racer aber relativ einfach, sich den Streckenverlauf einzuprägen: „Wenn man auf der Isle of Man gefahren ist, dann ist Macau in meinen Augen eher wie ein Motodrom, sechs Kilometer im Vergleich zu 60. Diese sechs Kilometer hat man schon relativ schnell drauf und weiß, wo es lang geht. Aber um dann auch schnell zu sein, muss man doch noch ein bisschen die Zähne und die Arschbacken zusammenkneifen...“

Und das macht ebenfalls den Mythos Macau aus: Als Fahrer habe man „extremen Respekt“, auch wenn dort nicht so schnell gefahren werde wie auf der Isle of Man oder beim North West 200. „Da rechts und links nur Leitplanken sind, weiß man, dass jeder kleine Fehler sofort zum Kontakt führt. Es gibt nur zwei Kurven, in denen man geradeaus weiterfahren kann, ansonsten sollte man sich tunlichst nicht verbremsen.“

Doch auch ohne Fahrfehler geht es in Macau eng zu – sehr eng! „Man sieht jedes Jahr bei dem einen oder anderen Fahrer, dass die Kombi angeschliffen ist oder der Helm ein paar Kratzer hat, weil er irgendwo die Leitplanke gestreift hat“, sagt Penzkofer und spricht dabei aus eigener Erfahrung: „Ich habe mir zweimal an der Schulter die Kombi aufgerissen, einfach, weil ich an der Mauer hängengeblieben bin. Doch das passiert allen, selbst den Top-Fahrern, weil man so knapp dran vorbei fährt. Das gehört in Macau einfach dazu. Bei den Rennwagen ist es nicht ganz so schlimm, da fliegt halt der Seitenspiegel weg. Aber bei den Motorrädern, auf denen der Fahrer ja meistens auch noch am weitesten draußen hängt, ist der erste Kontakt automatisch Fahrer-Mauer...“

Favoriten auf der BMW S 1000 RR

Der „Guia Circuit“ ist in einen schnellen und in einen sehr kurvenreichen Abschnitt aufgeteilt. Von daher muss ein Motorrad nicht nur leistungsstark, sondern auch agil sein. Genau das trifft auf die BMW S 1000 RR zu. Die Resultate der vergangenen Auflagen des Macau Grand Prix bestätigen das: Im vergangenen Jahr holten Peter Hickman, Martin Jessopp und Michael Rutter einen sensationellen Dreifachsieg für die RR, und auf den ersten sechs Plätzen kamen nicht weniger als fünf BMW Piloten ins Ziel.

Die Top-Favoriten vertrauen in Macau auf die RR, und deshalb rechnet Penzkofer damit, „dass es in diesem Jahr ein ähnlich starkes Ergebnis für BMW geben wird.“ Insgesamt 28 Piloten haben für das Jubiläumsrennen gemeldet, fast die Hälfte davon geht mit der RR an den Start: 13.

Vorjahressieger Hickman, Rutter und Stuart Easton treten für das Team von Bathams / SMT Racing an. Rutter gilt als der „King of Macau“: Mit acht Siegen ist er Rekordsieger, insgesamt stand er in Macau 16 Mal auf dem Podium. Easton hat das Rennen bereits viermal gewonnen.

Ian Hutchinson (Tyco BMW) meldete sich 2013 nach seiner langen Verletzungspause mit einem umjubelten Macau-Sieg eindrucksvoll zurück. In diesem Jahr beendete er mit seiner Tyco BMW S 1000 RR jedes Road Race auf dem Podium – diese Serie will er beim Saisonabschluss in Macau fortsetzen.

Martin Jessopp fuhr auf dem „Guia Circuit“ bisher viermal auf das Treppchen. 2016 tritt er wieder mit der RR von Riders Motorcycles BMW an.

Penzkofers Team „Penz13.com BMW by MGM & Special Olympics Macau“ schickt Gary Johnson, der in Macau ebenfalls schon auf dem Podium stand, sowie Danny Webb ins Rennen. Steve Mercer geht mit der Mannschaft von Briggs Equipment BMW an den Start – und der BMW S 1000 RR, mit der Hickman im vergangenen Jahr zum Sieg fuhr.

Ein absoluter Routinier in Sachen Road Racing ist auch Didier Grams. Er tritt in Macau mit einer RR des Teams „Heidger Motorsport by WEPOL, SAFMETAL“ an. Sein Teamkollege ist der Tscheche Marek Červený. Außerdem gehen in Macau mit der RR an den Start: Dan Cooper (Dan Cooper Racing/CMS), Sam West (Ice Valley/Four Anjels) und Michael Sweeney (Martin Jones Racing).

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