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BMW Motorrad Motorsport
News

München, Deutschland, 09.11.2016, FIM Superbike World Championship (WorldSBK) FIM Endurance World Championship (EWC)

PS-Talk: Torres und Foray

WorldSBK trifft Endurance-Weltmeisterschaft

Auch in dieser Woche haben wir ein Interview der besonderen Art für Sie. Dieses Mal haben sich Jordi Torres und Kenny Foray Zeit für einen PS-Talk unter BMW Kollegen genommen. Das Konzept: Nicht wir stellen die Fragen, sondern die Fahrer interviewen sich gegenseitig. Torres und Foray treten beide in Weltmeisterschaften an, die aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Und so entwickelte sich ein Gespräch unter anderem über das Gefühl auf der BMW S 1000 RR, über den Zeitplan in der Superbike-WM und über besondere Herausforderungen im Endurance-Racing.

Beide haben 2016 ihre erste Saison mit der BMW S 1000 RR bestritten. Der Spanier Torres fährt für das Althea BMW Racing Team in der MOTUL FIM Superbike-Weltmeisterschaft (WorldSBK). Er beendete die Saison als Gesamtsechster und bester Fahrer eines Privatteams.

Der Franzose Foray war gleich in zwei Meisterschaften erfolgreich: In der French Superbike Championship (FSBK) feierte er mit seinem Tecmas Racing Team vier Siege sowie elf Podiumsplätze und belegte den zweiten Rang der Meisterschaftswertung. Gleichzeitig trat er in der FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) an und holte mit dem Penz13.com BMW Motorrad Team die Poleposition bei den 24 Stunden von Le Mans sowie den dritten Rang auf dem Podium bei den 8 Stunden von Oschersleben.

Das Gefühl auf der RR 

Jordi Torres: „Wie gefällt dir die BMW S 1000 RR?“

Kenny Foray: „Es war meine erste Saison mit diesem Bike. Bei meinem ersten Test in Spanien fand ich sie schon gut, aber ich hatte noch Schwierigkeiten, richtig zu pushen, denn ich war zuvor sechs Jahre lang ein anderes Bike gefahren. Das Feeling war gut, aber ich wusste, dass es noch besser ging. Und als ich dann zum ersten Rennwochenende in der French Superbike Championship nach Le Mans kam, war mein Gefühl komplett anders. Ich kannte die Strecke, und von der ersten Runde an habe ich es einfach unheimlich genossen, mit diesem Bike zu fahren. Beim meinem ersten Langstrecken-Rennen mit der RR, den 24 Stunden von Le Mans, war es dasselbe. Ich hatte auf einem Endurance-Bike noch nie so viel Spaß. Es war so einfach, das Motorrad zu verstehen. Ich muss sagen: Ich liebe dieses Bike. Okay, manchmal ist das Feeling nicht perfekt, aber es war erst meine erste Saison auf der RR, und ich war auf Anhieb schneller als jemals zuvor.“

Torres: „Wo würdest du das Bike noch verbessern?“

Foray: „Ich bin sehr zufrieden mit der Elektronik und allen anderen Bereichen des Bikes, aber manchmal ist es mir ein wenig zu reaktionsfreudig. Vor allem im Endurance-Racing würde es manchmal helfen, wenn wir einen Weg finden könnten, der es körperlich etwas einfacher macht, das Bike zu fahren. Und welche Erfahrungen hast Du mit der Superbike-Version der RR gemacht? Für dich war es ja auch die erste Saison mit der BMW.“

Torres: „Der Motor, der Rahmen und die Elektronik sind komplett anders als bei meinen vorherigen Bike. Die BMW hat mehr Leistung und ist reaktionsfreudiger. Ich habe dasselbe Gefühl wie du: Man muss schon fit sein, um die Leistung kontrollieren zu können. Aber ich mag die BMW wirklich, denn sie gibt einem ein Gefühl der Sicherheit, man hat ein Gefühl für alles, was das Bike macht, und ich habe sehr viel Vertrauen, zum Beispiel in die Vorderrad-Aufhängung und in den Vorderreifen.“

Der neue Samstag in der WorldSBK

Foray: „Was denkst du über euren Zeitplan in der WorldSBK? Früher hattet ihr zwei Rennen am Sonntag, jetzt habt ihr eins am Samstag und eins am Sonntag...“

Torres: „Ich habe den alten Zeitplan geliebt. Denn ich denke, das ist es, was die Magie der Superbikes ausmacht. Zwei Rennen an einem Tag zu haben, ist fantastisch. Es war eine tolle Herausforderung, und du hattest eine Menge Druck. Jetzt ist der Samstag ein wirklich seltsamer Tag. Am frühen Morgen, um 8:45 Uhr, hast du das dritte freie Training. Normalerweise sind um diese Zeit die Bedingungen auf der Strecke ganz anders und oft nicht so gut. Es ist dann sehr schwierig, die Arbeit aus den Freitagstrainings fortzusetzen. Danach geht es direkt in die Superpole, bei wieder anderen Bedingungen als in FP3. Eineinhalb Stunden später hast du das erste Rennen, mit einer anderen Abstimmung, mit der du an diesem Tag zuvor noch gar nicht gefahren bist. Aber am Sonntag hast du dann nur noch ein kurzes Warm-up und ein Rennen. Mir persönlich hat der alte Zeitplan besser gefallen.“

Torres: „Aber lass uns über Endurance-Racing sprechen. Wie lang sind deine Stints? Meine Rennen dauern etwa 45 Minuten. Wie anstrengend ist ein 24-Stunden-Einsatz?“

Foray: „Wir haben 24 Liter im Tank, von daher dauern unsere Stints etwa eine Stunde. Wie anstrengend es ist, hängt von der Strecke ab. Paul Ricard, wo der Bol d’Or ausgetragen wird, ist in dieser Hinsicht eine einfache Strecke. Es gibt eine sehr lange Gerade, von daher ist es physisch gesehen nicht so schwierig. Vor zwei Jahren war das anders, als wir das 24-Stunden-Rennen in Magny-Cours hatten. Du kennst den Kurs dort – und ein Langstreckenrennen dort ist wirklich sehr anstrengend, weil es keine richtige Gerade gibt. Aber für mich ist das okay, und 24-Stunden-Rennen sind einfach etwas Besonderes. Sicher, wenn man sich um 4 Uhr morgens auf seinen Stint vorbereitet, die Tür vom Truck aufmacht und es regnet, dann denkt man sich schon: ‚Du meine Güte, warum mache ich das eigentlich?’ Aber natürlich weiß man, warum man es macht: weil man es liebt und es eine besondere Art des Racings ist.“

Herausforderung Langstrecke

Torres: „Ich kann mir vorstellen, dass es eine ziemliche Herausforderung ist...“

Foray: „Ja, Endurance-Racing ist nicht einfach. Es ist anstrengend und man muss während des Rennens immer wieder alles an die ständig wechselnden Bedingungen anpassen.“

Torres: „Stimmt, allein die Temperaturen schwanken im Laufe eines Tages enorm...“

Foray: „Bei den 24 Stunden von Le Mans in diesem Jahr sind die Temperaturen nachts bis auf zwei Grad gesunken.“ Torres: „Autsch...“

Foray: „Das ist wirklich verrückt. Aber mit der BMW ist es nicht so schlimm, weil wir beheizbare Griffe haben. Von daher ist es nicht so kalt (lacht).“

Torres: „Wir groß ist der Unterschied zwischen den Top-Fahrern und den Hinterbänklern?“

Foray: „Sehr groß. Während des Rennens können sich die Rundenzeiten um bis zu 15 Sekunden unterscheiden. Und nachts, oder wenn es regnet, können es sogar bis zu 20 Sekunden sein. Am frühen Morgen kommt es oft vor, dass du denselben Fahrer während deines einstündigen Stints drei- oder viermal überholst.“

Torres: „Nutzt du 100 Prozent deines Potentials?“

Foray: „Ich würde sagen, dass ich 90, 95 Prozent nutzen kann. Aber im Endurance-Racing ist es schwierig, genau am Limit zu fahren, weil so viele Leute auf der Strecke sind. Manchmal hat man während eines ganzen Stints keine einzige freie Runde, weil so viel Verkehr herrscht. Auch im Qualifying ist es schwierig, eine richtig gute Zeit zu fahren, weil 60 Fahrer auf der Strecke unterwegs sind. Aber man pusht immer so viel, wie es in dieser Situation gerade möglich ist, und wenn du keinen Verkehr hast, dann gehst du auch auf der Langstrecke an dein Limit.“

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