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BMW Motorrad Motorsport
News

München, Deutschland, 02.11.2016, FIM Superbike World Championship (WorldSBK) BMW Combined Road Race Challenge (BMW RRC)

Hutchy trifft Reiti

Ein Interview der besonderen Art

Der eine gehört zu den erfolgreichsten Road Racern der Welt, der andere hat zwei deutsche Superbike-Meistertitel in der Tasche und tritt mit der BMW S 1000 RR in der Superbike-Weltmeisterschaft an: Ian Hutchinson und Markus Reiterberger. Wir haben die beiden zu einem Interview der besonderen Art zusammengebracht – in dem sie sich gegenseitig das fragen, was sie schon immer über den jeweils anderen wissen wollten. So stand „Hutchy“ Rede und Antwort zum Thema Isle of Man, während „Reiti“ erzählte, wie sein Weg von den Anfängen bis in die Königsklasse Superbike-WM verlaufen ist.

Hutchinson kann auf eine großartige Saison auf der BMW S 1000 RR zurückblicken. Der Tyco BMW Pilot feierte bei den wichtigsten Straßenrennen, dem North West 200, der Isle of Man Tourist Trophy und dem Ulster Grand Prix Siege in Serie und sorgte für zahlreiche neue Rundenrekorde, unter anderem beim Ulster GP für einen neuen Weltrekord als schnellster Road Racer aller Zeiten mit einem Durchschnittstempo von 215,795 km/h (134,089 mph). Zudem holte er in der Superstock-Klasse der British Superbike Championship zwei Siege sowie insgesamt neun Podiumsplatzierungen und beendete die Saison auf dem zweiten Gesamtrang.

Der 22-jährige Reiterberger hat gerade seine erste volle Saison in der Superbike-WM beendet. Nachdem er sich 2015 zum zweiten Mal zum Champion in der Superbike IDM gekrönt hatte, stieg er 2016 als Pilot im Althea BMW Racing Team endgültig in die Königsklasse auf. Dass er mit der Weltelite auf Augenhöhe fahren kann, bewies er mit zahlreichen Top-10-Platzierungen, unter anderem einem fünften Rang im thailändischen Buriram.

Drei Fragen ... von Reiterberger an Hutchinson

Markus Reiterberger: „Du fährst bei der Isle of Man Tourist Trophy. Ich liebe es einfach, da zuzuschauen. Wie bist Du ausgerechnet zum Road Racing gekommen?“

Ian Hutchinson: „Es hat damit angefangen, dass ich ganz normal Motorrad gefahren bin. Ich komme nicht aus einer Rennsport-Familie. Ich habe mit 17 meinem Führerschein gemacht und bin dann mit dem Serienbike auf der Straße gefahren. Deshalb ist es für mich wahrscheinlich eher etwas Normales, auf der Straße schnell zu fahren, als auf einer Rennstrecke. Mit 21 habe ich dann aus Spaß mit dem Club-Racing angefangen – und danach hat eines zum anderen geführt. Das Gefühl, auf einer Straße Vollgas zu geben, ist einfach das Beste.“

Reiterberger: „Und Du hast keine Angst, obwohl es auf der Isle of Man so gefährlich ist?“

Hutchinson: „Doch, natürlich. Vor dem Rennen bist du wahrscheinlich fünf Mal nervöser als sonst vor einem Start. Aber sobald du losgefahren bist, ist alles weg. Du hast das Gefühl, alles, was du machst, unter Kontrolle zu haben. Während man fährt, spürt man das Risiko gar nicht – daran denkt man nur vor dem Rennen.“

Reiterberger: „Und Du kennst jeden Baum und jeden Stein auf dem Kurs? Das musst Du wohl ...?“

Hutchinson: „Ja, auch wenn es ein sehr langer Kurs auf einer öffentlichen Straße ist und sich jedes Jahr einiges ändert. Wenn es im Winter schlechtes Wetter hat, müssen sie an manchen Stellen den Belag erneuern. Leute fällen Bäume, und manche Passagen ändern sich, aber ich kenne die ganze Strecke.“

Drei Fragen ... von Hutchinson an Reiterberger

Hutchinson: „Hast Du angefangen, weil Du aus einer Rennsport-Familie kommst?“

Reiterberger: „Ja. Ich habe angefangen, als ich vier Jahre alt war, zunächst auf einem selbstgebauten Bike. Mein Vater ist ein ehemaliger Speedway-Pilot. Deshalb wollte ich eigentlich auch Speedway-Fahrer werden, aber mein Vater sagte: ‚Wir fahren Mini-Bikes’. Ich habe in der Klasse bis 50 ccm angefangen, und dann sind die Bikes von Jahr zu Jahr größer geworden. Ja, ich bin zum größten Teil durch meinen Vater und meine Familie zum Rennsport gekommen.“

Hutchinson: „War es immer Dein Plan, in die Superbike-WM zu kommen?“

Reiterberger: „Ja. Schon als ich ein kleiner Junge war, wollte ich in der Superbike-WM oder der MotoGP fahren. Jetzt habe ich es geschafft, jetzt bin ich hier. Nun lautet mein Ziel, besser zu werden und an die Spitze zu kommen.“ 

Hutchinson: „Glaubst Du, dass es für einen Fahrer aus Deutschland schwierig ist, zu den Besten der Welt zu gehören? Denn ich kann nicht einschätzen, wie gut die deutsche Meisterschaft als Sprungbrett in die Weltmeisterschaft funktioniert.“

Reiterberger: „Das stimmt, es ist nicht einfach, in die Superbike-WM zu kommen. Von den nationalen Meisterschaften ist es normalerweise nur die britische BSB, von der aus man den Aufstieg schaffen kann. Ich hatte Glück, denn in den vergangenen Jahren war das Niveau in der IDM mit Fahrern wie Javier Forés und Max Neukirchner wirklich hoch. Auch die Rundenzeiten waren sehr schnell. Deshalb war es ein guter Zeitpunkt für mich, dort zu fahren. Wir, also mein Manager und ich, haben dann beschlossen, es in der WorldSBK zu probieren. Und jetzt bin ich hier.“

 

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