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BMW Motorrad Motorsport
News

Prag, Tschechische Republik, 12.10.2016, Alpe Adria Road Racing Championship

Grandioses Comeback mit Titelgewinn

Lukáš Pešek, Superbike-Champion in der AARR, im Interview

Mit einem Doppelsieg beim Finale der Alpe Adria Road Racing Championship machte Lukáš Pešek den Titelgewinn in der Superbike-Klasse (AARR SBK) perfekt. Es war für den 30-jährigen Tschechen die Krönung einer erfolgreichen Saison. Denn er ging mit der BMW S 1000 RR nicht nur in der AARR SBK an den Start, sondern auch auf der Langstrecke – einer Disziplin, an der er Gefallen gefunden hat.

So trat Pešek 2016 mit mehreren BMW Teams in der FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC) an: Mit dem Team BMW Motorrad CSEU, mit dem er in der AARR den Meistertitel gewonnen hat, mit Rosetta Motorrad39 bei den 8 Stunden von Suzuka, und mit dem Penz13.com BMW Motorrad Team, mit dem er bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans die Poleposition holte und bei den 8 Stunden von Oschersleben auf dem Podium stand.

Pešek startete seine Karriere in der tschechischen 125er-Meisterschaft und betrat 2002 die internationale Bühne. Sein Weg führte ihn über die 250er-Europameisterschaft sowie die 125er-, 250er- und Moto2-Weltmeisterschaft bis in die MotoGP, in der er in der Saison 2013 antrat. Danach jedoch war erst einmal Schluss, und 2014 trat der Tscheche vom aktiven Rennsport zurück. Doch dann lernte er die BMW S 1000 RR kennen – und startete ein grandioses Comeback.

Erfolgreiche Saison auf der RR

Frage: „Lukáš, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Titels 2016 in der Superbike-Klasse der Alpe Adria Road Racing Championship. Wie würdest Du Deine Saison in dieser Serie zusammenfassen?“

Lukáš Pešek: „Die Saison ging für uns sehr gut los mit einem Doppelsieg beim Auftakt. Aber dann konnte ich bei den Rennen des zweiten Wochenendes nicht antreten, weil ich im Qualifying gestürzt war. Dadurch verpasste ich die Chance, eine Menge Punkte zu holen. Vor dem Finale lag ich sieben Punkte hinter dem Spitzenreiter und meine einzige Chance, noch den Titel zu gewinnen, war ein weiterer Doppelsieg. Das habe ich dann geschafft. Es war großartig – für mich und für das Team, denn sie haben all ihre Kraft dafür investiert, und wir haben dann unser Ziel erreicht und den Titel gewonnen.“

Frage: „Die Alpe Adria Road Racing Championship war nicht Dein einziges Betätigungsfeld mit der BMW S 1000 RR in dieser Saison. Du bist auch in der FIM Endurance World Championship gefahren, für das Team BMW Motorrad CSEU, für Rosetta Motorrad39 und für die Mannschaft von Penz13.com, mit der Du die Pole in Le Mans und den Podiumsplatz in Oschersleben geholt hast. Renneinsätze für verschiedene BMW Teams – das macht Dich zum perfekten Beispiel eines Mitglieds der großen weltweiten BMW Motorrad Motorsport-Familie. Fühlst Du Dich auch selbst als Teil der Familie?“

Pešek: „Ja, natürlich. Mit BMW Rennen zu fahren, ein Teil dieser Familie zu sein und Support aus München zu erhalten, das hat mir die Chance eröffnet, einen Platz in den Endurance-Teams zu bekommen und in der EWC fahren zu können. Ich fahre sehr gerne Langstreckenrennen und ich hoffe, dass ich diesen Weg in der nächsten Saison weitergehen kann.“

Frage: „Was magst Du mehr? Sprintrennen oder Langstreckenrennen, in denen Du Dir die Aufgaben mit anderen Fahrern teilst?“

Pešek: „Es ist großartig, beide Rennvarianten bestreiten zu können. Ich liebe Sprintrennen, aber sie kamen mir immer sehr lang vor, bis ich zum ersten Mal Langstreckenrennen gefahren bin. Aber sobald ich meine ersten Langstrecken-Erfahrungen gesammelt hatte, waren die Sprintrennen auf einmal sehr kurz (lacht). Ich mag beides. Du gehst sie mit komplett unterschiedlichen Strategien an, aber im Moment sind die Langstreckenrennen für mich die größere Herausforderung. Denn ich lerne immer noch bei jedem Rennen dazu. Das ist wirklich aufregend. Deshalb würde ich sagen, dass ich im Augenblick die Langstreckenrennen ein bisschen mehr mag.“

„Die RR ist ein richtiges Renn-Motorrad“

Frage: „Du bist in Deiner Karriere schon mit vielen verschiedenen Motorrädern gefahren. Wie gefällt Dir die BMW S 1000 RR?“

Pešek: „Ich war mehr als überrascht, als ich sie 2015 zum ersten Mal gefahren bin. Denn dieses Bike ist ein richtiges Renn-Motorrad und man fühlt sich darauf sehr wohl. Es gibt dir ein wirklich gutes Feedback. Ich kann kein schlechtes Wort über dieses Motorrad verlieren, denn bis jetzt habe ich nur gute Zeiten auf der BMW S 1000 RR erlebt.“

Frage: „Was war Dein bislang schönster Moment auf der BMW S 1000 RR?“ Pešek: „Jedes Mal, wenn du gewinnst, ist es der beste Moment. Mein Ziel ist es, immer zu gewinnen. Dafür fahre ich Rennen. Deshalb war jeder Sieg ein toller Moment – und das Podium bei den 8 Stunden von Oschersleben. Es war mein erstes Podium überhaupt in der Endurance World Championship und es war einfach magisch!“

Frage: „Hast Du engeren Kontakt zu anderen BMW Fahrern?“

Pešek: „Ja, im letzten Jahr habe ich Mathieu Gines und Kenny Foray kennengelernt, und in diesem Jahr sind wir zusammen in einem Team in der EWC gefahren. Beide sind echt nette Jungs, und wir drei haben gemeinsam, dass wir immer den Sieg ins Visier nehmen.“

„Alle Fahrer sprechen über die Race Trophy“

Frage: „Du bist auch gut platziert in der BMW Motorrad Race Trophy und hast bereits den Meisterbonus für Dich und Dein Team sichergestellt. Wie gefällt Dir dieser ganz spezielle Wettbewerb?“

Pešek: „Es ist toll, zu sehen, wie all die anderen Fahrer in ihren Serien rund um die Welt unterwegs sind. Außerdem ist es großartig, dass Fahrer aus kleineren, nationalen Meisterschaften die Aufmerksamkeit erhalten und für ihre Erfolge in ihren Serien belohnt werden. BMW ist der einzige Hersteller, der so etwas macht. Ich weiß auch, dass alle Fahrer immer darüber sprechen und es immer ein großer Spaß ist, andere Fahrer zu treffen und dann mit ihnen die Platzierungen in der Race Trophy Wertung zu vergleichen. In der Race Trophy erfolgreich zu sein, ist ein tolles Extra, das man als Fahrer erreichen kann.“

Frage: „Was sind Deine Stärken als Fahrer? Und hast Du auch Schwächen?“

Pešek: „(Lacht) Das ist schwer zu sagen. Vielleicht solltest Du diese Fragen den anderen stellen. Sagen wir mal so, meine Stärke ist: Wenn ich ein Ziel habe, dann tue ich alles dafür, es zu erreichen. Eine Schwäche könnte sein, dass ich mich manchmal über die anderen Jungs auf der Strecke ärgere (lacht).“

Auf der RR: Rücktritt vom Rücktritt

Frage: „Vor zwei Jahren, 2014, hattest Du eine schwierige Zeit, als Du nicht wusstest, ob Du deine Rennkarriere überhaupt fortsetzen kannst. Was ist dann passiert, wie hat sich das Blatt wieder gewendet?“

Pešek: „2014 hatte ich schon entschieden, mit dem Rennfahren aufzuhören, weil ich nicht damit zufrieden war, wie die Saison 2013 gelaufen war. Ich bin damals in der MotoGP gefahren, hatte aber kein konkurrenzfähiges Motorrad. Ich habe dann einige junge Fahrer betreut und dadurch natürlich weiter die Rennen verfolgt. Ich arbeitete auch mit jungen Moto3-Piloten in der Alpe Adria Road Racing Championship. Und eines Tages, 2015, fragte mich der Besitzer des Team BMW Motorrad CSEU einfach, ob ich fahren wolle. Ich sagte: „Nein, nein, nein, danke der Nachfrage, aber ich habe kein Interesse‘. Aber dann brachten sie eines Tages die BMW S 1000 RR mit an die Strecke. Es war ein Trackday mit freiem Fahren, und es hat mich einfach interessiert, das Bike einmal auszuprobieren, weil ich noch nie zuvor eine BMW gefahren war.“

„Ich ging also raus auf die Strecke und spürte, wie einfach es ist, dieses Motorrad zu fahren. Ich hatte von der ersten Runde an das Gefühl, zu wissen, wie dieses Bike zu fahren ist. Das Team fragte mich dann, ob ich im nächsten Rennen fahren wolle. Ich entschied, einfach mal am Freien Training am Donnerstag teilzunehmen und sagte: ‚Wenn ich schnell bin, dann fahren wir das Rennen. Wenn nicht, dann lassen wir das.‘ Ich hatte aber die Tatsache unterschätzt, dass die Leute schon wussten, dass ich kommen würde, als ich noch gar nicht an der Strecke war. Jeder sprach darüber, und ich stand sofort unter Druck. Und weil ich es mag, Druck zu haben, sagte ich: ‚Okay, lass uns das Rennen fahren, auch wenn ich weiß, dass ich nicht stark genug bin.‘ So fing ich an, mit der BMW S 1000 RR Rennen zu fahren – und so begann das neue Kapitel.“

Frage: „Du hast bereits erwähnt, dass Du auch als Fahrer-Coach arbeitest. Dreht sich Dein ganzes Leben nur um Motorräder?“

Pešek: „Darüber habe ich noch nie nachgedacht – aber ja, es stimmt! Es scheint so, dass ich es liebe. Mein ganzes Leben dreht sich um Motorräder. Ich habe ein ganzes Leben auf Motorrädern verbracht, ich liebe das Rennfahren und ich habe viel Erfahrung, die ich an junge Fahrer weitergeben kann, um ihnen zu helfen.“

Frage: „Aber Du hast schon noch ein paar andere Interessen, die nichts mit Motorrädern und Rennen zu tun haben?“

Pešek: „Ja, sicher. Ich liebe Sport im Allgemeinen und liebe es, viele verschiedene Sportarten zu betreiben. Und ich habe meinen Hund, Lambo, einen Italian Greyhound.“

Frage: „Lass uns über Fitness sprechen: Was machst Du, um in Form zu bleiben?“

Pešek: „Ich trainiere sechs Tage pro Woche, nur Montags mache ich Pause. Ich habe schon mein ganzes Leben Sport getrieben, und wenn ich mir mal vornehme, eine Woche nicht zu trainieren, schaffe ich es nie. Denn mir ist immer schon am zweiten Tag langweilig, und ich bin heiß darauf, zu trainieren. Ich gehe in den Kraftraum, Laufen, Radfahren und fahre im Winter Motocross. Also eigentlich mache ich alles.“

Frage: „Welche Ziele willst Du in Deiner Karriere noch erreichen?“

Pešek: „Das größte Ziel ist es, auf einem Motorrad zu sitzen und glücklich zu sein. Dann, so denke ich, kommen die Ergebnisse ganz automatisch und ich erreiche mein Ziel, immer an der Spitze zu sein.“

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